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Katholische Seelsorgeeinheit Isny

"Corona-Regeln" bei den Gottesdiensten 

Aktuell gelten folgende Corona-Regeln bei den Gottesdiensten

Mundschutz ist während des ganzen Gottesdienstes verpflichtend. Gefordert sind medizinische Masken ("OP-Masken") oder FFP2-Masken. Ausnahme sind Gottesdienste im Freien, hier kann die Maske am Platz abgenommen werden.

Eine Teilnehmerliste muss geführt werden.

Der Mindestabstand von 1,5 m muss eingehalten werden.

Gemeindegesang mit Maske ist wieder möglich (bitte dafür nach Möglichkeit das eigene Gotteslob mitbringen).

Predigt zum 28. Sonntag im Jahreskreis (10.10.21) Pfr. E. Jans 

"Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr ..." (Mk 10,25)

Liebe Gemeinde,

hatte Jesus Humor? Hat er auch mal mit seinen Jüngern zusammen Scherze gemacht und fröhlich gelacht? An diesen Fragen scheiden sich die Geister. Nein, sagen die einen, das worum es geht, sei doch viel zu ernst, da sei Humor und Scherz fehl am Platz. Ja, sagen andere, selbstverständlich hatte Jesus Humor. Immerhin ist seine Botschaft eine frohe Botschaft, da gehört Humor dazu.
Und beide Seiten deuten gerade das Bild vom Kamel und dem Nadelöhr dementsprechend ganz unterschiedlich. Die einen sehen darin vor allem eine düstere Drohung, die zumindest den Reichen und Wohlhabenden das Lachen vergehen lässt. Die anderen nehmen gerade dieses Bild als Beleg für den Humor Jesu. Und tatsächlich ist es doch eher ein amüsantes Bild: sich vorzustellen, wie ein Kamel vor einem Nadelöhr steht und versucht, hindurchzukommen (daran ändert sich auch nicht viel, wenn man – wie manche vorschlagen – statt an ein Kamel an ein Schiffstau denkt – beide Wörter klingen im Griechischen ganz ähnlich und könnten verwechselt worden sein: auch ein Reicher, der versucht, sein dickes Tau durch ein kleines Nadelöhr zu fädeln, gibt eher ein lustiges Bild ab. – Aber bleiben wir beim Kamel).
Wenn wir uns kurz in die Zeit Jesu versetzen. Da zog Jesus also mit seinen Jüngern und Jüngerinnen durch die Lande. Ganz unterschiedliche Menschen waren dabei, Fischer, Zöllner, Handwerker und natürlich auch nicht wenige Frauen. Aber eine Gruppe fehlte weitgehend: die richtig Wohlhabenden. Nun kommt also einer dieser Wohlhabenden, zeigt Interesse, aber ist letztlich doch nicht bereit, in aller Konsequenz Jesus nachzufolgen. Und Jesus stellt bedauernd fest, wie schwer es den Reichen fällt, ins Reich Gottes zu kommen. Dabei ist wichtig, sich daran zu erinnern: wenn Jesus vom Reich Gottes spricht, geht es ihm in erster Linie nicht um das Leben nach dem Tod, sondern um das Leben hier und jetzt. Jesus war überzeugt: dieses Reich ist schon angebrochen. Und wer sich jetzt schon auf diesen Gott, den Gott der Liebe und der Freiheit einlässt, der hat jetzt schon Teil an diesem Reich Gottes, dem Reich der Liebe und der Freiheit. Die Reichen aber, das war offensichtlich die Erfahrung Jesu, hängen viel zu sehr an ihrem Wohlstand, kümmern sich zu sehr um ihre Besitztümer und versäumen es deshalb, sich wirklich auf diesen Gott der Liebe und der Freiheit einzulassen. So gleichen sie jenem Kamel, das womöglich noch mit allen möglichen Sachen beladen ist und keine Chance hat, durchs Nadelöhr zu gelangen.
Ich meine, diese Reaktion Jesu zeigt durchaus Humor. Natürlich ist es durchaus ernst gemeint, natürlich will Jesus da nichts verharmlosen oder gar ins Lächerliche ziehen, aber statt loszupoltern und zu schimpfen wählt er lieber ein letztlich doch amüsantes Bild: Der Reiche als Kamel, das sich vor dem Nadelöhr vergeblich abmüht.
Und was machen nun wir heute mit diesem Bild? Wir, die wir in einem reichen und wohlhabenden Land leben? Ich meine, gerade der Zugang über den Humor kann da helfen. Jesus will uns nicht in Angst und Schrecken versetzen, immerhin weist er am Ende ja noch darauf hin, dass für Gott nichts unmöglich sei. Aber er will mit diesem humorvollen, aber durchaus ernst gemeinten Bild zum Nachdenken anregen: Ist der Reichtum wirklich immer Segen, oder manchmal vielleicht auch Ballast, der uns hindert, die unbeschwerte Freude im Reich Gottes zu erfahren? Gleichen wir mit all unseren Besitztümern jenem Kamel vor dem Nadelöhr? Oder können wir uns frei machen von dem Streben nach immer mehr Geld, um wirklich frei zu sein für das Reich Gottes, das Reich der Liebe und der Freiheit?
Die Überlegung lohnt sich. Denn wer will schon ein Kamel sein …


Predigt Pf. Dieter Huynh 28. Sonntag im Jahreskreis / MK 10, 17 – 30 

Wie bekommt man ein Kamel durch ein Nadelöhr? Es gibt im Grunde genommen nur zwei Möglichkeiten: Entweder man macht das Kamel kleiner oder das Nadelöhr größer.
So haben es die Ausleger der Heiligen Schrift immer wieder versucht. In den Kommentaren zu den Evangelien finden sich solche Versuche: Das Kamel wird kleiner, wenn man annimmt, dass das Kamel kein Kamel sei. Das Missverständnis sei durch einen Übersetzungsfehler ins Griechische entstanden. Das aramäische Wort würde nicht Kamel bedeuten, sondern würde ein dickes Seil meinen. Und dann hätte man kein Kamel mehr, das durch ein Nadelöhr muss, sondern „nur“ noch ein dickes Seil. Andere meinen, es ginge hier nicht um ein Nadelöhr, sondern Jesus habe ein kleines Tor in Jerusalem gemeint, das im Volksmund „Nadelöhr genannt wurde. Und trotzdem kommt man mit diesen Beschönigungsversuchen nicht wirklich weiter. Schlussendlich kommt man ja auch zur Feststellung, dass weder ein Kamel durch ein kleines Tor passt, noch ein Seil durch ein richtiges Nadelöhr. Mit all diesen Erklärungen ist also kaum etwas gewonnen. Alle Erklärungs- und Harmonisierungsversuche ändern nichts an der Tatsache, dass Jesus offenbar von etwas spricht, das einfach nicht möglich ist.

Für Gott ist alles möglich
Und genau das will diese Evangelienstelle auch zum Ausdruck bringen. Und sie tut es mit dem absurden Vergleich vom Kamel und vom Nadelöhr. Sie tut es deshalb, weil die Sache, von der sie redet, kein bisschen weniger absurd ist. Ein Mann stellt Jesus die Frage: Was muss ich tun, um das Reich Gottes zu gewinnen? Jesus erklärt, dass er machen kann, was er will. Durch seine Leistung allein wird er es nie schaffen. Aus eigener Kraft allein und ist die Anstrengung auch noch so groß, gewinnt keiner das Reich Gottes. Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass so etwas gelingen kann. Das Reich Gottes kann ich mir nicht erarbeiten. Es ist weder nur der Lohn für gute Taten, noch das Ergebnis eines moralisch integeren (anständigen, aufrechten) Lebens und auch nicht die Belohnung dafür, dass ich genau jedes einzelne Gottes- und Kirchengebot erfüllt habe. Das alles reicht nicht.
Das Reich Gottes kann ich mir nicht erarbeiten, es ist im Wesentlichen ein Geschenk Gottes. Nur er kann es schenken. Für Gott ist das möglich, nicht für uns Menschen.

Das ist unmöglich
Vielleicht regt sich jetzt in einigen von uns ein heftiger Widerspruch: Das kann doch nicht wahr sein. Das ist doch ungerecht. Das ist doch die reine Anleitung zur Unmoral. Dann ist ja irgendwie alles erlaubt und nichts hat Folgen. Da kann sich einer aufführen, wie er will, und am Ende kommen doch „alle, alle, alle in den Himmel“, wie es in einem Faschingslied heißt. Mit den Worten Jesu gesprochen kann man auf diesen Widerspruch antworten: Für Gott ist alles möglich, auch dass ein Lump in sein Reich kommt.

Der Mensch ist gerufen zur Antwort auf die Liebe Gottes
Aber diese Verheißung, diese Möglichkeit Gottes entbindet mich nicht von meiner Verantwortung und gibt mir keinen Freibrief für unmoralisches Handeln. Gottes Geschenk, das immer vor meiner Leistung kommt, fordert zur Antwort heraus.

Wenn ich im Herzen davon berührt bin, dass Gott mein Heil will, dass er es mir zum Geschenk machen will, weil er mich liebt. Dann kann ich gar nicht anders, als dass ich die Gemeinschaft mit ihm im Gebet und Gottesdienst suche, dann kann ich gar nicht anders, als dass ich mein Leben nach seinen Geboten ausrichte, dann kann ich gar nicht anders, als dass ich auf seine Liebe mit meiner Liebe zu ihm und meinen Mitmenschen antworte. Ob mir das „Noch mehr“, alles zu verkaufen und es den Armen zu geben, wie es Jesus von dem Mann im Evangelium fordert, gelingt, ist zweitrangig. Falsch wäre es aber, wenn ich mich um das „Mehr“ gar nicht bemühen würde. Ich darf mich von Jesus zu einem „Mehr“ herausfordern lassen. Schließlich geht es um das Reich Gottes, das auch durch mich Wirklichkeit werden soll. Durch meinen Beitrag soll Gottes Reich schon jetzt in dieser Welt spürbar werden. Gott wird es schließlich vollenden.

Wie ein Kamel durch ein Nadelöhr kommt, weiß ich immer noch nicht. Aber dass es für Gott möglich sein kann, uns schwachen und unvollkommenen Menschen das ewige Leben zu schenken, das macht mich froh. Die Freude über das Gottesgeschenk der Erlösung leitet mich nicht zum Nichtstun an.


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