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Katholische Seelsorgeeinheit Isny

Aktuelle Ausgabe von IsnyAktuell mit Kirchenblatt

Hier finden Sie die aktuelle Ausgabe von IsnyAktuell mit dem Kirchenblatt der Kath. Seelsorgeinheit Isny

IsnyAktuell


Predigt am 15.1.  Pfr. E. Jans

Seht das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt (Joh 1,29)

Liebe Gemeinde
„Seht das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt“ - dieser Satz aus dem heutigen Evangelium ist uns aus den Gottesdiensten vertraut. Vermutlich denkt man über ihn oft gar nicht näher nach. Und doch lohnt sich da ein genauerer Blick.
Was bedeutet es, dass Christus die Sünde der Welt hinwegnimmt? Ist denn die Sünde nicht immer noch in der Welt. Mehr als genug Sünde, Unrecht, Krieg, aber auch im privaten Bereich so manches Unversöhnte und Unversöhnliche.
So kann das mit dem Wegnehmen der Sünde der Welt offensichtlich nicht gemeint sein, dass nun plötzlich alle Sünde und alles Unrecht aus der Welt geschafft wäre.
Ich glaube, man kommt der Sache näher, wenn man zunächst fragt, was denn genau mit Sünde gemeint ist. Wir denken da in der Regel an eine schlechte Tat oder ein ungutes Wort, das andere verletzt. Das ist natürlich auch nicht falsch. Biblisch gesehen schwingt aber immer auch schon die Folge der Sünde mit. Nehmen wir ein einfaches Beispiel: Ein Freund lügt die Freundin an. Nicht nur eine kleine Notlüge, sondern schon etwas Gravierendes. Da Lügen bekanntlich kurze Beine haben, kommt es irgendwann auch raus. Und dann steht nicht nur die Lüge im Raum, sondern das Vertrauen ist zerstört, das Miteinander beschädigt. Selbst wenn die Freundin bereit ist zu vergeben, das Misstrauen bleibt oft noch lange. Um es in einem Bild auszudrücken: dieses Misstrauen hängt wie eine dunkle Wolke über der Beziehung. Sie wirft einen dunklen Schatten auf das Miteinander und man wird diese dunkle Wolke auch nicht so leicht wieder los.
Wenn die Bibel von der Sünde spricht, dann denkt sie in der Regel diese dunkle Wolke als Folge der Sünde mit. Sünde zerstört das Miteinander, zerstört die Beziehung zueinander – und letztlich auch die Beziehung zu Gott. Denn diese dunkle Wolke trübt nicht nur das menschliche Miteinander, sondern auch diese Beziehung zu Gott.
Und genau an dieser Stelle kommt nun Christus ins Spiel: Wenn er die Sünde hinwegnimmt, so treibt er sozusagen diese Wolke fort und sagt: von Gott her ist es wieder in Ordnung. Gott will wieder seine Sonne über euer Leben leuchten lassen. Auch wenn eure Beziehung zu Gott gestört war, er will sie erneuern.

Das heißt natürlich nicht, dass damit die Sache einfach erledigt wäre: Im Beispiel vorher: die Lüge und das von ihr verursachte Misstrauen ist nicht einfach aus der Welt geschafft. Um die Wiederherstellung eines ungestörten Miteinanders müsst ihr euch schon selbst mühen. Aber zumindest diese Zusage dürft ihr mitnehmen: Gott will euch helfen beim Neuanfang. Er will euch helfen, dass die Sonne dann wirklich wieder ungestört und ungetrübt in eurem Leben strahlen kann.


Predigt am 15.1. Pf. Dieter Huynh

2. Sonntag im Jahreskreis
„Seht das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt!“ Diese Formulierung ist uns in Fleisch und Blut übergegangen. In jeder Messfeier singen wir zur Brotbrechung: „Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünde der Welt.“ Und dann wird uns das gebrochene Brot gezeigt mit den Worten „Seht das Lamm Gottes …“ Heute erfahren wir, von wem dieses Wort stammt. Es ist Johannes der Täufer, der Jesus auf sich zukommen sieht und seine Zuhörer auf Jesus hinweist.

Der Auftrag des Johannes
Johannes war selber ein großer Prophet. Wenige Sätze vorher schreibt der Evangelist: „Es trat ein Mensch auf, der von Gott gesandt war, sein Name war Johannes.“ Johannes sah sich als von Gott gesandt, er predigte Umkehr und Buße und sammelte eine große Jüngerschar um sich. Viele überlegten sogar, ob nicht Johannes selbst der verheißene Messias sei. Er aber sieht jetzt Jesus kommen und sagt:
Ich bin es nicht, hier ist das Lamm Gottes, hier ist der Sohn Gottes. Vielleicht kennen Sie den berühmten Isenheimer Altar des Matthias Grünewald, auf dem Johannes unter dem Kreuz steht und mit einem übergroß gezeichneten Zeigefinger auf Jesus zeigt mit den Worten: Er muss wachsen, ich muss abnehmen. Mit dem Auftreten Jesu endet die „Karriere“ des Johannes. Er sieht seine Aufgabe als erledigt, er tritt zurück, um Jesus den Vortritt zu lassen. Diese Haltung muss uns Respekt abnötigen. Denn wer tritt schon gerne in den Hintergrund, um einem anderen das Feld zu überlassen? Aber darin sah Johannes seinen Auftrag: Zeigefinger auf Jesus hin zu sein: Seht das Lamm Gottes! Seht den Sohn Gottes!

Der Auftrag der Kirche
Und genau das ist der Auftrag der Kirche. Was Johannes damals seinen Jüngern und seinen Zuhörern sagte, muss die Kirche heute ihren Gläubigen und auch der Welt immer wieder sagen: Seht das Lamm Gottes, seht den Sohn Gottes!
Manchmal ist unsere Kirche in der Gefahr, sich zu sehr um das eigene Wohlbefinden zu kümmern, sich in Strukturen und Hierarchien zu verlieren und um sich selbst zu kreisen. Alle, die in der Kirche ein Amt bekleiden, darf nicht egoistisch sein, und sei es noch so hoch, alle, die beauftragt sind, die Frohe Botschaft zu verkünden, müssen wie Johannes immer wieder von sich weg auf Jesus zeigen: Seht das Lamm Gottes, seht den Sohn Gottes! Die Kirche muss der große Zeigefinger auf Jesus hin sein.

Unser Auftrag
Und das ist der Auftrag auch an uns alle. Jeder von uns kann an dem Platz, an dem er in der Welt steht, ein Johannes sein. Jeder kann auf seine Weise auf Jesus zeigen: Die Eltern, die in ihren Kindern das Fundament des Glaubens legen, die Lehrer und Erzieher, die darauf aufbauen, alle, die in der Gesellschaft Verantwortung für die öffentliche Meinung tragen, jeder in seinem Arbeitsfeld, im Freundes- und Bekanntenkreis, jeder hat doch den Auftrag, für Jesus Zeugnis abzulegen. Jeder kann Zeigefinger auf Jesus hin sein: Seht das Lamm Gottes, seht den Sohn Gottes.
Jesus wird seine Verkündigung mit den Worten einleiten: „Kehrt um! Denn das Himmelreich ist nahe.“
Wir können mithelfen, dass vollendet wird, was Jesus uns gebracht hat: das Himmelreich. Amen.


Das Fest der Taufe des Herrn
„Aus der Taufe heben“ – Das Wunder des Christwerdens neu entdecken
Es ist zwar nur eine Redewendung, aber sie hat es in sich: Wenn eine politische Reform auf den Weg gebracht wird, ein innovatives Projekt startet oder eine Einrichtung feierlich eröffnet wird, dann wird etwas „aus der Taufe gehoben“.

Wenn ein Mensch aus der Taufe gehoben wird, geschieht ein Wunder
Auch wenn diese Redewendung oft nicht religiös gemeint ist, ihre Wurzeln liegen in der Taufpraxis der frühen Kirche. Auch heute noch wird in manchen christlichen Gemeinschaften so getauft: Ein erwachsener Mensch steht bis zu den Kniegelenken im Wasser und wird vom Taufenden rücklings untergetaucht und wieder aus dem Wasser herausgehoben. Das Untertauchen steht symbolisch für den Tod Jesu, das Auftauchen für seine Auferstehung. Das „alte Leben“ bleibt zurück, ein „neues Leben“ beginnt, das Leben mit Gott.

In unserer Taufpraxis werden nur selten Menschen im Wasser untergetaucht. Im dreimaligen Übergießen des Kopfes mit Wasser wird dies lediglich angedeutet. Die Grundbedeutung aber bleibt: Wenn ein Mensch „aus der Taufe gehoben wird“, beginnt etwas Neues. Unser Glaube sagt sogar: Es geschieht ein Wunder. Ob das den Eltern und Paten bewusst ist, wenn sie ihr Kind taufen lassen? Ist uns bewusst, welch großartiges Wunder in unserer Gemeinde geschieht, wenn ein Mensch getauft wird?

Das Urwort des Wohlgefallens: „Du bist geliebt“
Bei der Taufe Jesu im Jordan öffnete sich der Himmel, der Heilige Geist kam in Gestalt einer Taube auf ihn herab, und eine Stimme aus dem Himmel war zu hören: „Dieser ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen gefunden habe.“ – Das hat auch eine Bedeutung für mein christliches Leben: Auch bei meiner eigenen Taufe öffnete sich der Himmel über mir und der Heilige Geist kam auf mich herab. Seitdem wohnt er in mir, wirkt in mir und durch mich. Gott sprach auch mir seine liebende Zusage zu: Ich habe an dir Wohlgefallen gefunden. Du gefällst mir. Ich erfreue mich an dir.
Du bist kein Produkt des Zufalls, keine Laune der Natur.[1] Du darfst dir meiner Nähe sicher sein. Du bist geliebt! – Diese Zusage Gottes ist das Urwort des Wohlgefallens, das er über unser Leben gesprochen hat. Er ist unser Vater und wir sind seine Kinder. Mit diesem liebevollen Urwort geleitet er uns durchs Leben.
Damit will er uns helfen, auch den Unworten des Lebens standzuhalten. Vielleicht sind es angstmachende Worte aus Kinder- und Jugendtagen. Vielleicht klingen die einen oder anderen noch heute in uns nach oder haben sogar heute noch lähmende Wirkung: „Aus dir wird eh nichts!“, „Was soll aus dir schon werden?“, „Du taugst zu nichts!“ „Du bist doch an allem schuld!“, oder gar: „Du wärest am besten gar nicht geboren!“ – Immer wieder sind wir gefordert, das Wort Gottes aus dem Wortgewirr des Lebens herauszufiltern. Denn dieses kann uns aufbauen. Es lädt uns zu einem lebendigen und aktiven Leben ein. Es fordert uns auf, das Ja zu uns selbst und zu dieser Welt immer wieder zu erneuern.

Menschwerdung Gottes heißt: Jesus begibt sich hinein in unsere Welt
Das heutige Evangelium berichtet davon, dass Jesus zu Johannes an den Jordan kam, um sich taufen zu lassen. Die Initiative geht also von Jesus aus. Er wurde nicht überredet, mitgeschleift, oder war zufällig da. Es war keine spontane Aktion. Jesus geht bewusst dorthin, wo sich auch die anderen Menschen von Johannes zur Vergebung ihrer Sünden taufen lassen. Jesus geht bewusst hinein in unsere Welt. Er reiht sich sogar in die Schar derer ein, die von Johannes die Taufe zur Vergebung ihrer Sünden erbeten.
Wir können das auch für unser Leben deuten: Jesus steigt mit uns hinab in das Wasser, in all das, was unser Leben bedroht und gefährdet. Er hebt uns aus dem Schattenreich des Todes ins neue Leben seiner Auferstehung.
Das Fest der Taufe des Herrn ist ein schönes und wichtiges Fest. Es ist mehr als ein Schlusspunkt, der die Weihnachtszeit beschließt. Es ist auch mehr als ein Doppelpunkt, der die Zeit im Jahreskreis eröffnet. Dieses Herrenfest ist vor allem ein großes Ausrufezeichen im Festkreis des Jahres: Gott will dir nah sein! Er will, dass dein Leben gelingt und zum Heil führt!
Aus dieser trostvollen und liebenden Zusage Gottes heraus dürfen wir leben und neu beginnen. Gerade dann, wenn uns Tiefschläge des Lebens treffen, dürfen wir uns die Liebeserklärung Gottes erneut zusprechen lassen: Du bist mein geliebter Sohn, du bist meine geliebte Tochter, du bist mir ans Herz gewachsen, ich bin bei dir, du gefällst mir, ich freue mich über dich – und ich vergesse dich niemals! Versprochen!  


[1] vgl. das.Lied: „Du bist du“ von Jürgen Werth

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