Das projektbezogene Ehrenamt nimmt immer mehr an Bedeutung zu. Neben dem klassischen Ehrenamt, das wir alle kennen, gibt es eine flexible und vielseitige Form des Engagements: das projektbezogene Ehrenamt.
Ob in der Kirchengemeinde, im Verein, im Sozialraum oder gemeinsam mit Kooperationspartner:innen – vieles ist möglich! Dabei kann es sich um eine einmalige Aktion, ein zeitlich begrenztes Projekt oder auch um ein regelmäßig wiederkehrendes Angebot handeln.Projektbezogenes Ehrenamt bietet die Möglichkeit, eigene Ideen einzubringen, Neues auszuprobieren und sich zeitlich flexibel zu engagieren – ganz ohne langfristige oder regelmäßige Verpflichtungen. Jede:r kann sich mit den eigenen Interessen, Fähigkeiten und Möglichkeiten einbringen.
Viele tolle Projekte und Aktionen sind bereits entstanden, zum Beispiel:
und vieles
mehr!
Auch bei kirchlichen Festen und Veranstaltungen ist projektbezogenes Engagement gefragt. So unterstützen Ehrenamtliche beispielsweise bei Fronleichnam als Himmelsträger:innen oder bringen sich bei verschiedenen Aktionen und Veranstaltungen ein.
Manchmal beginnt
Engagement mit einer guten Idee. So entstand die Segensfeier für werdende
Mütter (Mother Blessing) aus dem Wunsch einer Hebamme, werdende Mütter besonders
zu begleiten. Heute gestalten Frauen mit unterschiedlichen Fähigkeiten und
Berufen die Feier gemeinsam – von der Kalligrafin über die Hebamme und
Kunsttherapeutin bis zur Pfarrerin. Unterstützt wird das Team von der
Engagement-Entwicklerin und dem kath. Diakon aus Isny.
Auf Augenhöhe, kreativ
und mit Freude am gemeinsamen Tun ist aus einer einzelnen Idee ein zweimal
jährlich stattfindendes Angebot geworden, das von mehreren Schultern getragen
wird.
Projektbezogenes
Ehrenamt eröffnet so flexible und unkomplizierte Möglichkeiten, sich mit den
eigenen Talenten einzubringen – und schafft neue Formen von Gemeinschaft in der
Kirchengemeinde.
Passend zu einem der heißesten Abende des Jahres führte am 26. Juni ein besonderer Vortrag die Besucherinnen und Besucher gedanklich in die eisige Weite Grönlands. Referentin Adelinde Huber berichtete eindrucksvoll von ihrer selbst unternommenen Expedition über das Inlandeis Grönlands und nahm das Publikum mit auf eine außergewöhnliche Reise.
Schon zu Beginn sorgte eine originelle Idee für Schmunzeln und die passende Einstimmung: Da die sommerlichen Temperaturen auch am Abend noch sehr hoch waren, erhielt jede Besucherin und jeder Besucher zunächst einen Eiswürfel – ein kleiner, erfrischender Appetithappen auf das Thema des Abends.
Mit beeindruckenden Bildern und spannenden Erzählungen schilderte Adelinde Huber ihre Erlebnisse auf dem gewaltigen Inlandeis. Sie berichtete von den Herausforderungen einer solchen Expedition, von der faszinierenden Stille und Weite der Eislandschaft sowie von den körperlichen und mentalen Anforderungen, die eine solche Tour mit sich bringt. Dabei wurde deutlich, wie viel Vorbereitung, Ausdauer und Mut hinter einem solchen Abenteuer stehen.
Gleich zwei besondere Upcycling-Nähaktionen standen in den letzen zwei Wochen im Zeichen von Kreativität, Nachhaltigkeit und gemeinschaftlichem Engagement.
Den Auftakt machte eine Nähaktion für Kinder im Alter von 9 bis 13 Jahren. Aus den Bannern des Kindermusicals David und Goliath entstanden mit viel Begeisterung individuelle Schlampermäppchen, Kosmetiktäschchen und Handtaschen. So wurden die ausgedienten Banner nicht entsorgt, sondern in liebevoll gestaltete Erinnerungsstücke verwandelt. Unterstützt wurden die jungen Näherinnen und Näher von fünf ehrenamtlichen Betreuerinnen, die mit viel Geduld und Engagement ihr Wissen weitergaben und den Kindern beim Nähen zur Seite standen.
Bei einer zweiten Upcycling-Aktion traf sich eine Gruppe von sieben Ehrenamtlichen, um aus den MISEREOR-Hungertüchern praktische Brotbeutel zu nähen. Jedes Exemplar ist ein Unikat und verbindet Nachhaltigkeit mit einer besonderen Botschaft. Die Brotbeutel werden im Rahmen der Fairen Woche in Isny im September gegen eine Spende abgegeben. Der Erlös kommt einem guten Zweck zugute und setzt zugleich ein Zeichen für einen bewussten und verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen.
Beide Nähaktionen zeigen eindrucksvoll, wie aus scheinbar ausgedienten Materialien mit Kreativität, handwerklichem Geschick und viel ehrenamtlichem Einsatz etwas Neues und Wertvolles entstehen kann. Gleichzeitig fördern sie Begegnung, Gemeinschaft und das Bewusstsein für nachhaltiges Handeln – ganz im Sinne eines verantwortungsvollen Miteinanders.
Das Engagement der
Kirche im Sozialraum zeigt, wie wichtig es ist, kirchliche Arbeit nicht nur
innerhalb der eigenen Räume zu verstehen, sondern aktiv in den Sozialraum
hineinzuwirken.
Solche Projekte leben
von Kooperation und Vernetzung. Deshalb ist es wichtig, verlässliche
Partnerinnen und Partner im Sozialraum zu haben, mit denen gemeinsam Ideen
entwickelt und Projekte umgesetzt werden können. Ein wichtiger
Vernetzungspartner ist beispielsweise der Kinderschutzbund in Isny.
Gleichzeitig ist es wichtig, immer wieder neue Vernetzungspartner zu gewinnen,
neue Impulse zu bekommen und unterschiedliche Perspektiven einzubeziehen. Vernetzung
bedeutet dabei auch, die kirchlichen Räume für den Sozialraum zu öffnen und zur
Verfügung zu stellen. So können Orte der Begegnung und des Austauschs entstehen
und neue Kontakte geknüpft werden.
Eine solche Öffnung und
Vernetzung ist eine Bereicherung für alle Beteiligten. Kirche wird als aktiver
und verlässlicher Teil des Sozialraums wahrgenommen. Gleichzeitig entstehen
neue Möglichkeiten für gemeinsame Projekte, Begegnungen und gesellschaftliches
Engagement. So können wir gemeinsam Verantwortung für ein gutes Miteinander vor
Ort übernehmen.
Anlässlich der Orange
Days setzten der Kinderschutzbund Isny, der Kinder- und Jugendverein e. V. Isny,
die katholische Kirchengemeinde und der Verein Frauen und Kinder in Not e. V.
gemeinsam ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen und Kindern.
Bei einer Marktaktion
in Isny wurden Orangen mit Informationen zur Beratungsstelle von Frauen und
Kinder in Not verteilt. Unterstützt wurde die Aktion von den Ministrantinnen
und Ministranten sowie Kindern einer Mädchengruppe der Schule. Sie verteilten selbstgemachte
orangefarbene Armbänder und Buttons als sichtbares Zeichen gegen Gewalt.
Gemeinsam machten die Beteiligten auf das wichtige Thema aufmerksam und zeigten:
Gewalt geht uns alle an – Hinschauen und Helfen ist wichtig.