Impuls Januar 2020

Veranstaltung am: 08.01.2020

„So Gott will und wir leben...“

Erich Nuß

„So Gott will und wir leben...“
 
 Gerade uns Deutschen wird nachgesagt, dass wir gerne langfristig planen. Wir leben nicht so gern „von der Hand in den Mund“ – lieber ist es uns, wenn wir wissen, wie es in den nächsten Wochen, Monaten und Jahren weiter geht – wir fühlen uns einfach wohler, wenn wir möglichst viel selbst im Griff haben. Der Jahreswechsel liegt ja noch nicht so weit zurück – so steht es wohl für viele von uns an, Pläne für das neue Jahr zu schmieden. Es ist ja auch gut und sinnvoll, Ziele zu haben und sich nicht einfach „treiben zu lassen“.
Und gleichzeitig ist es auch wichtig, sich bewusst zu machen, dass unsere Pläne durchkreuzt werden können. Wie schnell kann etwas Unvorhergesehenes dazwischen kommen: eine Krankheit, die uns lahmlegt oder andere Hürden, die uns daran hindern, unsere Pläne umzusetzen.
Im Jakobusbrief (Jak 4,15) ist von einem berühmt gewordenen Vorbehalt die Rede, unter den die frühen Christen ihr Planen und Handeln gestellt haben. Wenn sie etwas vor hatten, haben sie oft dazu gesagt: „So Gott will und wir leben.“ Bei diesem Vorbehalt ging es nicht darum, sich ständig den eigenen Tod vor Augen zu halten. Aber er machte ihnen immer wieder neu bewusst, dass ihr Leben nicht in allen Bereichen für sie verfügbar ist, dass es ein Geschenk Gottes ist und sie letztlich aus Gottes Hand leben.
Vieles kann ich mir vornehmen, aber ich habe nicht alles selbst in der Hand. Deshalb ist es gut und sinnvoll, den neuen Tag oder das neue Jahr aus der Hand Gottes anzunehmen und am Abend oder am Jahresende wieder in seine Hand zurück zu geben – so wie es in einem Abendlied heißt:
„Diesen Tag, Herr, leg ich zurück in deine Hände, denn du gabst ihn mir. Du, Gott, bist doch der Zeiten Ursprung und ihr Ende, ich vertraue dir.“

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