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Aktuelle Ausgabe von IsnyAktuell mit Kirchenblatt

Hier finden Sie die aktuelle Ausgabe von IsnyAktuell mit dem Kirchenblatt der Kath. Seelsorgeeinheit Isny

IsnyAktuell


Predigt am 30.8.26; " Die Wege des Lebens sind nicht immer einfach " (Jer 20,7-9; Mt 16,21-27) ; Pfr. E. Jans

Liebe Gemeinde,

„Die Wege des Lebens sind nicht immer einfach“ – diesen Satz könnte man über die beiden Texte schreiben, die wir eben gehört haben. Die Wege des Lebens sind nicht immer einfach – das hat der Prophet Jeremia erfahren. Natürlich, er hätte es sich einfach machen können. Er hätte einfach schweigen können, oder er hätte sagen können, was die Mächtigen seiner Zeit hören wollten, dass alles in Ordnung wäre, dass man sich keine Sorgen machen müsse. Aber das konnte er nicht. Es war eben bei weitem nicht alles in Ordnung. Und er spürte tief innen den Ruf Gottes, der ihm keine Ruhe ließ, der ihn dazu brachte, das Unrecht beim Namen zu nennen – auf die Gefahr hin, dass sein Leben dadurch sehr viel komplizierter wurde.

Die Wege des Lebens sind nicht immer einfach – diese Lehre musste auch Petrus lernen. Gerade noch hatte er Jesus als den Messias und Sohn Gottes bekannt – wir haben es letzten Sonntag gehört – nun erfährt er einen harten Tadel. Und zwar deshalb, weil er sich vorstellt: mit diesem Sohn Gottes an der Seite wird alles einfach, mit ihm wird es ein Weg des Triumphes und der Freude – und vielleicht stelle sich Petrus schon vor, wie er sich selbst ein wenig im Glanz des Messias sonnen könnte. Aber Jesus weiß: sein Weg sieht anders aus, sein Weg ist alles andere als ein Weg des Triumphes, sein Weg führt mitten durch die Tiefen größten Leides.

Die Wege des Lebens sind nicht immer einfach – das spüren auch wir immer wieder – wenn Sorgen uns plagen, wenn Leid unser Leben erschwert. Es gibt vieles, was den Weg des Lebens beschwerlich machen kann. Bei manchem – wie einer Krankheit – können wir gar nicht viel ändern. Bei anderem sagt uns vielleicht das Gewissen, welcher Weg zu gehen wäre – und gleichzeitig besteht ähnlich wie bei Jeremia die Versuchung, dann doch die einfachen Wege zu gehen. Lieber wegzuschauen, lieber den bequemen Weg gehen, lieber sich nicht zu sehr um andere kümmern, es könnte ja für einen selbst schwierig werden …

Aber wer immer nur die einfachen Wege wählt, der könnte leicht das Ziel verpassen. Ich glaube, genau das meint Jesus dann mit dem Satz: wer sein Leben retten will, wird es verlieren. Wer nur die einfachen Wege sucht, wird leicht den richtigen Weg verpassen.

Und umgekehrt gilt: wer wie ein Jeremia auf sein Gewissen hört, wer es wagt, auch die schwierigen Wege einzuschlagen, weil er überzeugt ist, dass es die richtigen Wege sind, der wird am Ende vielleicht doch reich belohnt, weil er spürt: es war gut und richtig, was er getan hat. Vielleicht ist es da ein wenig wie bei den Wegen in den Bergen: wer immer nur die einfachen und bequemen Wege wählt, wird schwerlich einen hohen Gipfel erreichen. Wer aber bereit ist, auch anstrengende Wege auf sich zu nehmen, der kann sich manchem Gipfelerlebnis erfreuen.

All das heißt dann natürlich nicht, dass Gott uns einfach so – sozusagen aus einer Laune heraus – schwere Kreuze aufladen wollte oder unsere Wege zu schwierigen, steinigen Wegen machen wollte. Im Gegenteil, die Bibel ist ja voll von Erzählungen, die deutlich machen: Gott meint es gut mit uns. Er will uns nicht Hindernisse in den Weg legen, er will uns helfen, sie zu überwinden. Er will uns nicht unnötige Lasten aufbürden, sondern hilft uns, sie zu tragen.

Aber das Leben ist nun mal so, dass es nicht immer die einfachen Wege sind, die zum Ziel führen. Das hat Jeremia erfahren, das hat Petrus lernen müssen, das spüren auch wir immer wieder.

Umso wichtiger, dass wir dann darauf vertrauen dürfen: Gott will uns auch die Kraft geben, die schwierigen Wege zu gehen, wenn es die richtigen und zielführenden Wege sind.

Predigt am 6.9.26; "Liebe in einer unvollkommenen Welt" (Röm 13,8-10; Mt 18, 15–20) ; Pfr. E. Jans

Liebe Gemeinde,

Liebe in einer unvollkommenen Welt – so könnte man über die beiden biblischen Texte schreiben. Da war bei Paulus das Lob auf die Liebe, die die Erfüllung des ganzen Gesetzes ist. Dieser Hochachtung der Liebe stimmen wir sicher gerne zu. Die Liebe hat für uns einen sehr hohen Wert. Im Evangelium wird aber schnell deutlich, dass diese Forderung der Liebe oft genug auf eine schwierige Wirklichkeit stößt. Wäre alles in der Welt perfekt, wäre alles liebenswert und würden sich vor allem die Menschen immer liebenswert verhalten, wäre es wohl auch nicht ganz so schwierig, diesem Gebot der Liebe nachzukommen.

Aber die Welt ist eben nicht vollkommen, es gibt in ihr manches, was nicht so liebenswert erscheint. Und es gibt leider auch die Menschen, die wenig liebenswert handeln. „Wenn dein Bruder gegen dich sündigt“ – so begannen die Worte Jesu. Aber gerade in solchen Situationen muss sich die Liebe bewähren: als Liebe in einer unvollkommenen Welt.

An dieser Stelle ist es vielleicht gut, näher zu schauen, was für eine Liebe hier gemeint ist. Es gibt ja recht unterschiedliche Formen der Liebe. Eine ist mit tiefen Gefühlen verknüpft, eine tiefe emotionale Verbundenheit, wie wir sie z.B. bei Liebespaaren oder auch bei der Liebe der Eltern zu den Kindern kennen. Solche tiefen liebevollen Gefühle sind freilich in der Regel nur zu wenigen Menschen möglich.

Eine andere Form der Liebe – und die ist meist in der Bibel gemeint – schließt dagegen sehr viel mehr Menschen ein. Es zeichnet sie aus, dass sie eben gerade nicht Halt macht bei den Menschen, die einem sehr nahe stehen. Dabei geht es dann weniger um tiefe Gefühle als vielmehr um einen wertschätzenden, respektvollen Umgang mit all den vielen Menschen, die uns Tag für Tag begegnen - gerade auch mit denen, die vielleicht zunächst wenig liebenswert erscheinen: der schwierige Arbeitskollege, der nervige Nachbar oder im Beispiel des Evangeliums der Bruder (oder auch die Schwester), der (die) immer und immer wieder gegen einen sündigt.

Noch deutlicher wird das Gemeinte, wenn wir auf das Gegenteil der Liebe schauen. Bei der gefühlsbetonten Liebe ist der Gegensatz dazu der Hass. Bei dieser wertschätzenden Liebe dagegen ist das Gegenteil eher die Gleichgültigkeit. Die Gleichgültigkeit, die mir einredet: was geht mich der andere an, was kümmert es mich, wie es ihm geht. Ich schaue auf mich und die Meinen, alles andere ist mir egal.

Aber genau diese Haltung soll es bei Christen nicht geben. Sie müssen und sie sollen gar nicht alle Menschen sympathisch finden, aber sie sollen im Umgang miteinander immer fair bleiben. Sie müssen und sie sollen gar nicht alles gutheißen, was andere tun, aber sie dürfen nie sagen: der andere ist mir egal.

Im Übrigen lässt sich dies bei Jesus selbst ebenfalls ablesen. Auch er fand keineswegs alle Menschen sympathisch, und was er manchen Pharisäern und Gesetzeslehrern an den Kopf warf, klingt wenig liebevoll. Und doch hätte er ihnen wahrscheinlich geholfen, wenn sie in Not geraten wären.

Und so war es auch für Jesus die Frage: Wie kann und wie soll eine Liebe in einer so unvollkommenen Welt mit so unvollkommenen Menschen aussehen. Wie kann Liebe aussehen, wenn der andere sich so wenig liebenswert verhält bzw. um nochmals das Evangelium aufzugreifen, sich immer wieder gegen dich versündigt.

An einem Fall spielt das Evangelium diesen Gedanken durch. Wichtiger als das konkrete Vorgehen in dieser Streitsache scheint mir dabei dieser Gedanke: Wenn wir von der Liebe reden, wenn wir mit Paulus davon sprechen wie großartig und wichtig die Liebe ist, dann müssen wir uns doch immer zugleich bewusst sein: Es ist eine Liebe in einer unvollkommenen Welt, und gerade in dieser unvollkommenen Welt muss sich die Liebe immer wieder bewähren: wenn der Bruder oder die Schwester gegen einen sündigt, wenn es zu Meinungsverschiedenheiten und Streitereien kommt, wenn andere wenig liebenswert erscheinen, gerade dann ist es gut, sich an diese Liebe zu erinnern, die das Evangelium aufträgt: eine Liebe, die niemanden ausschließt und die versucht, jeden und jede wertschätzend zu behandeln.

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