Das Pastoralteam wünscht gesegnete Osterfeiertage!
Eine Übersicht über die Ostergottesdienste erhalten Sie unter Gottesdienste und Veranstaltungen.
Hier finden Sie die aktuelle Ausgabe von IsnyAktuell mit dem Kirchenblatt der Kath. Seelsorgeeinheit Isny
Wandlung
Liebe Gemeinde,
das Gedenken an das letzte Abendmahl, die Feier dieses heiligen Mahles
ist immer wieder mit einem Stichwort verbunden: Wandlung. Als Wandlung
bezeichnen wir zum einen den Teil im Gottesdienst, bei dem die Ministranten
kräftig klingeln – um darauf hinzuweisen, dass hier etwas ganz Entscheidendes
geschieht. Zugleich wird mit dem Begriff Wandlung ausgedrückt: das Brot, das
auf dem Altar liegt, wandelt sich zum Leib Christi.
Nun fragt sich vielleicht der eine oder andere, wie man sich das denn konkret
vorstellen soll. Was geschieht da bei der Wandlung? Ich weiß, es ist nicht ganz
einfach zu verstehen. Aber vielleicht kann ein Bild es ein wenig anschaulicher
machen. Ein Vergleich mag immer etwas hinken, aber er kann auf Entscheidendes
aufmerksam machen. Stellen sie sich also ein Blatt Papier vor. Ein ganz
normales, leeres Blatt. Wahrlich nichts Kostbares. Stellen Sie sich nun aber
vor, auf dieses Bild hat die drei- oder vierjährige Tochter oder Enkeltochter
ein großes Herz gemalt, vielleicht noch ihren Namen dazugekritzelt, und
übergibt ihr „Kunstwerk“ strahlend der Mama oder Oma. An dem Blatt hat sich
nicht viel geändert, wirklich wertvoll ist es immer noch nicht – jedenfalls können
Sie es nicht wirklich zu Geld machen. Aber für Sie kann es doch etwas Kostbares
werden. Weil aus dem bedeutungslosen Blatt eine Botschaft geworden ist: Du bist
mir wichtig, ich mag dich, dieses Herz verbindet uns. Und damit hat sich das
Papier gewandelt: Aus einem wertlosen
Blatt wurde ein kostbares Zeichen.
Ganz ähnlich ist es letztlich auch bei der Wandlung im Gottesdienst.
Aus einem wertlosen kleinen Stückchen Brot wird eine kostbare Botschaft, ein
Zeichen der Verbindung, eine Erinnerung, dass uns nichts trennen kann von der
Liebe Gottes. In diesem kleinen Stückchen Brot, das wir in seinem Namen teilen
und essen, gibt Christus uns diese Botschaft: Du bist mir wichtig. Ich stehe zu
dir. Ich lass dich nicht allein. Nichts anderes bezeichnet letztlich auch das
Wort Sakrament: es ist ein Zeichen der segensreichen Nähe Gottes.
Und mit dieser Wandlung des Brotes zum kostbaren Sakrament ist dann
vielleicht noch eine Wandlung verbunden: Vielleicht wandelt sich auch in uns
etwas. Wird aus Trauer neue Hoffnung, aus Ängstlichkeit neuer Mut, aus
Trostlosigkeit liebevolle Zuversicht. Ja, die Wandlung, die wir im Gottesdienst
feiern, soll immer auch etwas damit zu tun haben, dass sich in unserem Leben
etwas wandelt, etwas zum Positiven verändert.
Bei den Worten der Wandlung wird immer daran erinnert: Das ist mein
Leib – für euch. Das ist mein Blut – für euch. Dieses „Für euch“ kann auch mein
Leben verwandeln, kann mir zeigen, dass ich auf meinen Wegen nicht auf mich
allein gestellt bin.
Oder auch die Worte: „Tut dies zu meinem Gedächtnis“. Wenn wir diese
ernst nehmen, wenn wir wirklich versuchen, im Gedächtnis Jesu und nach seinem
Vorbild zu denken und zu handeln, dann verändert sich etwas im Leben.
Und deshalb ist Wandlung keineswegs ein mehr oder weniger
geheimnisvolles Geschehen am Altar, sondern etwas, was mit meinem Leben zu tun
hat, und mir zutiefst gut tut. Amen.
Liebe Gemeinde,
Ein Traum
wird wahr. So könnte man über das Osterfest schreiben. Ein Traum wird wahr –
für die Jünger damals und für so viele Menschen, die Ostern feiern. Der Traum
von einem neuen Leben, von einem Neuanfang und von der Verheißung einer guten
Zukunft.
Das Kreuz war
der große Alptraum – für Jesus selbst, aber auch für seine Jünger. Es schien
so, als hätten sich die Mächtigen mit ihrem Hass mal wieder durchgesetzt, als
habe die Botschaft der Liebe und der Menschlichkeit keine Chance gegen all den
Hass und die Gewalt in der Welt.
Tief innen
hatten die Jünger gehofft: mit Jesus Christus, mit seiner Botschaft des
Friedens könnte eine neue, eine bessere, friedlichere Zukunft anbrechen. Diese
Hoffnung schien am Kreuz zerplatzt. Es sah düster aus.
Aber nun, am
Ostermorgen, in der Begegnung mit Christus spüren sie: die Hoffnung lebt. Nicht
der Alptraum, sondern der Traum im positiven Sinn ist wahrgeworden – zumindest
ein Stück weit. Noch ist nicht die ganze Welt verwandelt, noch gibt es Not und
Leid, auch Hass und Gewalt. Aber die Jünger spüren: die Botschaft der Liebe und
der Menschlichkeit ist nicht besiegt. Sie zeigt den Weg in die Zukunft, in eine
verheißungsvolle, lebenswerte Zukunft. Ein Traum wird wahr.
Der Traum der
Jünger damals. Und wie sieht es mit unseren Träumen aus? Welche Träume haben
wir heute – in einer Welt, die manchmal auch düster aussieht?
Ja, manches
in unserer Welt sieht wahrlich nicht rosig aus. Klimawandel, Artensterben und
die Frage, ob wir für zukünftige Generationen noch eine lebenswerte Welt
hinterlassen.
Kriegerische
Auseinandersetzungen, rücksichtslose Machtspiele der Mächtigen und die Frage:
werden wir jemals wirklich Wege des Friedens und des Miteinanders finden?
Da liegt es
eher nahe, die Zukunft in dunklen Farben zu malen.
Oder dürfen
wir doch Hoffnung haben? Dürfen wir weiter von einer guten Zukunft träumen?
Ostern gibt da eine klare Antwort: Ja, wir dürfen hoffen, wir müssen unsere
Träume nicht aufgeben.
Natürlich: Es
sollen und dürfen keine weltfremden Träume sein. Wir sollen und dürfen die
Augen nicht verschließen vor all den Sorgen und Nöten der Menschen. Im
Gegenteil, wir sollten genau hinschauen – mit offenen Augen und wachem
Gewissen. Nur so können wir Wege finden in eine gute Zukunft.
Baruch,
dessen Worte wir in der dritten Lesung gehört haben, sprach von Wegen zum
Frieden und zum Lebensglück. Frieden und Lebensglück – beides scheint für viele
weit weg. So wie es für die Jünger damals nach dem Kreuz weit weg und
unerreichbar schien. Aber Ostern hat für sie alles verändert – und kann auch
für uns manches verändern.
Dabei gilt: Ostern
sagt uns nicht, dass die Wege zu Frieden und Lebensglück einfach sind, aber
Ostern sagt uns: sie sind möglich.
Ostern sagt
uns nicht, dass Hass und Gewalt bereits überwunden sind, aber Ostern gibt uns
die Hoffnung, dass sie nicht das letzte Wort haben.
Ostern sagt
uns erst recht nicht, dass wir schon am Ziel unserer Träume sind, aber Ostern
sagt uns: Wir dürfen davon träumen, dass das Ziel erreichbar ist.
Denn mit
unserem Einsatz und mit Gottes Beistand gilt auch heute noch: Träume können
wahr werden.
Predigt für Palmsonntag
Mit diesem Gottesdienst
treten wir ein in die Heilige Woche. Heute haben wir Jesus mit „Hosanna“ in
Jerusalem begrüßt. Wir haben aber wenig später in der Passionsgeschichte nach
Matthäus den Ruf gehört: „Kreuzige ihn!“ Damit hat der Palmsonntagsjubel ein
jähes Ende genommen. Doch dabei dürfen wir nicht stehen bleiben. An die
Verkündigung des Wortes schließt sich jetzt die Eucharistiefeier an, das Mahl,
mit dem sich Jesus selbst uns hinterlassen hat. Wir dürfen also jetzt schon auf
Ostern vorausblicken: Jede Eucharistiefeier ist auch Mahl mit dem
Auferstandenen. Was wir heute in einem Gottesdienst feiern, das wird in dieser
Woche noch einmal ausgebreitet auf mehrere Tage, aber immer scheint die
österliche Perspektive durch.
Liturgie in österlicher
Perspektive
Nach alter Tradition
trägt diese Woche den Namen „Karwoche“, eine althochdeutsche Bezeichnung für
„Trauerwoche“. Da steht also das Leid, das Mitleiden mit Jesus im Vordergrund.
Die offizielle
Bezeichnung „Heilige Woche“ setzt einen anderen Akzent: Hinter all dem
Schrecklichen, das Jesus durchleiden muss, scheint das Heil auf, das durch
Kreuz und Leid uns erworben ist: die Auferstehung. Das wird in der Liturgie der
kommenden Tage ganz deutlich. Schon im Eingangsvers des Gründonnerstags heißt
es: „In Christus ist uns Heil geworden und Auferstehung und Leben, durch ihn
sind wir erlöst und befreit.“ Und am Karfreitag singen wir bei der
Kreuzverehrung: „Dein Kreuz, o Herr, verehren wir, und deine heilige
Auferstehung preisen und rühmen wir: Denn siehe, durch das Holz des Kreuzes kam
Freude in alle Welt.“ Wir könnten den Kreuzweg Jesu gar nicht mitgehen, wenn
wir nicht wüssten, wohin dieser Weg führt. Wenn wir nicht wüssten, dass dieser
Weg nicht mit der 14. Station, der Grablegung, endet, sondern dass darauf eine
15. Station folgt, der Ostermorgen.
Leben in österlicher
Perspektive
Wer so den Weg Jesu
mitgeht, der kann auch ganz anders mit dem eigenen Leid, dem eigenen Kreuz
umgehen, das ihm auferlegt wird.
Die eigenen „Kartage“,
die jeder von uns im Lauf seines Lebens irgendwann einmal durchleben muss,
werden zu „Heiligen Tagen“, nicht nur, weil Jesus sie mit uns geht, sondern
weil Jesus uns durch sie auf ein Ziel hinführt. Jesus ist dem Leid nicht
ausgewichen, er hat es auf sich genommen. „Für uns“ ist er gegeißelt, „für uns“
mit Dornen gekrönt, „für uns“ gekreuzigt worden. Nachfolge heißt dann auch,
unser Kreuz auf uns zu nehmen, aber in österlicher Perspektive. Auch wenn er
uns das Kreuz vielleicht nicht abnimmt: Er trägt es mit uns, in ihm ist Heil
und Leben.
So gehen wir nun in die
Heilige Woche. Wir leiden mit ihm am Karfreitag und feiern mit ihm seine und
unsere Auferstehung.