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Aktuelle Ausgabe von IsnyAktuell mit Kirchenblatt

Hier finden Sie die aktuelle Ausgabe von IsnyAktuell mit dem Kirchenblatt der Kath. Seelsorgeeinheit Isny

IsnyAktuell


Predigt am 3.5.2026; "Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben"; Joh 14, 1-12; Pfr. E. Jans 

Liebe Gemeinde
„Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben“ – ein wahrhaft gewichtiger Satz, über den es sich lohnt, nachzudenken. Vorweg aber eine Bemerkung: Im Johannesevangelium gibt es mehrere solche Aussagen von Jesus: Ich bin das Licht der Welt, ich bin der gute Hirte, ich bin die Auferstehung und das Leben oder eben hier: ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Dabei ist zumindest fraglich, ob diese Sätze wirklich Jesus selbst gesprochen hat. Zum einen tauchen sie eben nur im Johannesevangelium auf. Noch wichtiger aber ist: Nach allem, was wir über Jesus wissen, ging es ihm vor allem um seine Botschaft, die Botschaft vom Reich Gottes, die Botschaft von der Liebe und der Solidarität. Und auch wenn er durchaus mit dem Selbstbewusstsein auftrat, dass er Entscheidendes zu sagen hatte, stellte er nie seine Person in den Mittelpunkt.

Umso mehr haben dann seine Jünger gespürt, dass bei ihm Botschaft und Person eine Einheit bilden. Deshalb kamen sie zu der Überzeugung: Ja, Jesus Christus ist der Weg, die Wahrheit und das Leben.

Um nun mit dem ersten zu beginnen: dem Weg. Wenn Jesus Christus der Weg ist, dann gilt es da natürlich auf seinen Lebensweg zu schauen. Und dann zeigt sich schnell, was damit gemeint ist. Sein Weg ist ein Weg des Friedens und der Liebe. Und es zeigt sich auch: es ist kein einfacher Weg. Zu diesem Weg gehören Hindernisse und Widerstände, zu diesem Weg gehörte auch das Scheitern am Kreuz. Jesu Weg ist kein Weg des Triumphes, sondern ein Weg des Dienens, kein Weg der Machtansprüche, sondern ein Weg der Solidarität mit den Schwachen und Benachteiligten.

Der Weg Jesu ist wahrlich kein einfacher Weg, aber – das ist die Überzeugung Jesu – es ist der einzig wahre Weg. Und damit sind wir schon beim zweiten Stichwort: der Wahrheit.

Ich finde es wichtig und bemerkenswert, dass die Wahrheit erst an zweiter Stelle steht, nach dem Weg. Es ist eben nicht so, dass wir da schon am Ziel wären oder irgendjemand behaupten könnte, er sei schon im Besitz der Wahrheit. Das kann auch die Kirche nicht. Auch die Kirche ist auf dem Weg, auch sie muss immer wieder nach der Wahrheit suchen. Aber sie kann sich dabei eben an Jesus Christus und seiner Botschaft orientieren. Damit wird auch ein zweites deutlich:

Es geht bei der Frage der Wahrheit weniger darum, ob dieser oder jener Sachverhalt wahr oder falsch ist. Es geht schon gar nicht darum, dass irgendjemand immer recht hat oder zumindest behauptet, recht zu haben. Es geht bei der Wahrheit vielmehr um das ganze Leben, es geht um die Suche nach dem richtigen Weg, sein Leben zu gestalten, wenn man so will: die Suche nach dem wahren Leben (und damit ist ja schon das dritte Stichwort gegeben). Ich will den Satz so verstehen: wer sich auf dem Weg seines Lebens an Jesus orientiert, der wird letztlich nicht ganz fehlgehen. Wer sich an Jesus orientiert wird zwar sicher auch immer wieder mal eine falsche Entscheidung treffen – weil eben niemand unfehlbar ist. Aber: wer sich an Jesus orientiert, ist letztlich auf dem Weg zum wahren Leben – auch wenn dieser Weg so manche Kurven und Kehren und auch manche Hindernisse haben mag, aber er führt doch zum Ziel.

Osterpredigt 2026; Ein Traum wird wahr; Pfr. E. Jans

Liebe Gemeinde,

Ein Traum wird wahr. So könnte man über das Osterfest schreiben. Ein Traum wird wahr – für die Jünger damals und für so viele Menschen, die Ostern feiern. Der Traum von einem neuen Leben, von einem Neuanfang und von der Verheißung einer guten Zukunft.

Das Kreuz war der große Alptraum – für Jesus selbst, aber auch für seine Jünger. Es schien so, als hätten sich die Mächtigen mit ihrem Hass mal wieder durchgesetzt, als habe die Botschaft der Liebe und der Menschlichkeit keine Chance gegen all den Hass und die Gewalt in der Welt.

Tief innen hatten die Jünger gehofft: mit Jesus Christus, mit seiner Botschaft des Friedens könnte eine neue, eine bessere, friedlichere Zukunft anbrechen. Diese Hoffnung schien am Kreuz zerplatzt. Es sah düster aus.

Aber nun, am Ostermorgen, in der Begegnung mit Christus spüren sie: die Hoffnung lebt. Nicht der Alptraum, sondern der Traum im positiven Sinn ist wahrgeworden – zumindest ein Stück weit. Noch ist nicht die ganze Welt verwandelt, noch gibt es Not und Leid, auch Hass und Gewalt. Aber die Jünger spüren: die Botschaft der Liebe und der Menschlichkeit ist nicht besiegt. Sie zeigt den Weg in die Zukunft, in eine verheißungsvolle, lebenswerte Zukunft. Ein Traum wird wahr.

Der Traum der Jünger damals. Und wie sieht es mit unseren Träumen aus? Welche Träume haben wir heute – in einer Welt, die manchmal auch düster aussieht?

Ja, manches in unserer Welt sieht wahrlich nicht rosig aus. Klimawandel, Artensterben und die Frage, ob wir für zukünftige Generationen noch eine lebenswerte Welt hinterlassen.

Kriegerische Auseinandersetzungen, rücksichtslose Machtspiele der Mächtigen und die Frage: werden wir jemals wirklich Wege des Friedens und des Miteinanders finden?

Da liegt es eher nahe, die Zukunft in dunklen Farben zu malen.

Oder dürfen wir doch Hoffnung haben? Dürfen wir weiter von einer guten Zukunft träumen? Ostern gibt da eine klare Antwort: Ja, wir dürfen hoffen, wir müssen unsere Träume nicht aufgeben.

Natürlich: Es sollen und dürfen keine weltfremden Träume sein. Wir sollen und dürfen die Augen nicht verschließen vor all den Sorgen und Nöten der Menschen. Im Gegenteil, wir sollten genau hinschauen – mit offenen Augen und wachem Gewissen. Nur so können wir Wege finden in eine gute Zukunft.

Baruch, dessen Worte wir in der dritten Lesung gehört haben, sprach von Wegen zum Frieden und zum Lebensglück. Frieden und Lebensglück – beides scheint für viele weit weg. So wie es für die Jünger damals nach dem Kreuz weit weg und unerreichbar schien. Aber Ostern hat für sie alles verändert – und kann auch für uns manches verändern.

Dabei gilt: Ostern sagt uns nicht, dass die Wege zu Frieden und Lebensglück einfach sind, aber Ostern sagt uns: sie sind möglich.

Ostern sagt uns nicht, dass Hass und Gewalt bereits überwunden sind, aber Ostern gibt uns die Hoffnung, dass sie nicht das letzte Wort haben.

Ostern sagt uns erst recht nicht, dass wir schon am Ziel unserer Träume sind, aber Ostern sagt uns: Wir dürfen davon träumen, dass das Ziel erreichbar ist.

Denn mit unserem Einsatz und mit Gottes Beistand gilt auch heute noch: Träume können wahr werden.

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