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Katholische Seelsorgeeinheit Isny

Aktuelle Ausgabe von IsnyAktuell mit Kirchenblatt

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Kirche auf der Landesgartenschau

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Kirchen auf der Landesgartenschau

Aktuelles Programm im Juni

Programm Juni 2024

Predigt am 15.6.24: Zuversicht und Optimismus; Mk 4,26-33; Pfr. E. Jans

Liebe Gemeinde,

zwei kleine, aber sehr schöne Gleichnisse haben wir eben gehört. Mir gefallen diese Gleichnisse auch deshalb so gut, weil sie einen großen Optimismus ausstrahlen. Da ist der Samen, der ganz von selbst keimt und wächst und Frucht hervorbringt, und dann vor allem jenes Senfkorn, so winzig klein, das doch zu einem großen, prächtigen Gewächs wird.
Optimismus – ich glaube, das ist etwas, was wir heute gut brauchen können: angesichts mancher privaten Sorgen, aber auch und gerade angesichts der aktuellen Weltlage mit den vielen Problemen. Aber auch in der Kirche, da scheint ja manches eher in die falsche Richtung zu gehen – statt Wachstum schrumpft die Kirche bei uns – jedenfalls geht die Zahl der Mitglieder zurück. Und auch sonst gibt es in der Kirche manche Probleme, die auf den ersten Blick wohl eher nicht optimistisch stimmen.
Darf man, soll man trotzdem optimistisch bleiben? An eine gute Zukunft glauben? Darauf hoffen, dass trotz allem etwas wächst und gedeiht?
Ich bin überzeugt: Ja, wir sollten den Optimismus nicht aufgeben. Freilich gehört zu diesem Optimismus auch immer eine gute Portion Realismus. Ein Realismus, der uns lehrt, dass die Bäume doch nicht gleich in den Himmel wachsen, und ein Realismus der trotz allem Optimismus sagt, dass doch unser Mittun gefragt ist. Im Beispiel des Sämanns (oder eines heutigen Gartenbesitzers): so sehr er sich freuen darf, wie vieles von selbst wächst und gedeiht, er sollte das Senfkorn eben doch an der richtigen Stelle pflanzen, sollte dafür sorgen, dass genug Licht und Wasser da sind, und dass die zarten Pflänzchen nicht vorschnell den Schnecken zum Opfer fallen.
Optimismus heißt also gerade nicht, die Hände in den Schoß legen und darauf hoffen, irgendjemand wird es schon richten. Optimismus heißt vielmehr aktiv zu werden – und dies nicht in Verzweiflung und Resignation, sondern in der Hoffnung, dass mein Einsatz auch etwas bewirken kann – auch dann, wenn mein Beitrag zunächst winzig klein erscheinen mag – so klein wie ein Senfkorn.
Trotzdem kann man natürlich fragen: Ist denn ein solcher Optimismus noch angebracht? Sieht nicht vieles so aussichtslos aus? Haben die Schwarzmaler letztlich nicht doch recht? Natürlich müssen wir aufpassen, dass sie nicht recht bekommen. Aber wenn ich auf Jesus schaue, gibt es durchaus gute Gründe, den Optimismus nicht aufzugeben. Da kann durchaus auch heute noch ein Blick in die Natur lehrreich sein: wo zwar vieles bedroht ist, wo aber doch immer wieder wunderbares wächst und gedeiht. Vor allem aber ist natürlich für Jesus der tiefste Grund für den Optimismus die Überzeugung, dass Gott uns nicht allein lässt. Dass bei all den Sorgen, die uns plagen, bei all den Problemen, die uns beschäftigen, Gott doch ganz nahe ist. Und wo Gott ist, da ist Hoffnung. Wo Gott ist, da ist Leben.
Und das allein ist schon Grund genug, Hoffnung, Zuversicht und Optimismus zu bewahren. Amen.

Predigt am Fronleichman, Pfr. Dieter Huynh

Fronleichnam
In mehreren Bundesländern ist Fronleichnam ein staatlicher Feiertag. Hier nutzen viele Berufstätige dieses Fest und den darauf folgenden Freitag, um einen Kurzurlaub zu nehmen. Der Inhalt dieses Festes ist dabei kaum von Interesse. Hauptsache freie Tage. Bei einer Umfrage nach der Bedeutung von Fronleichnam würde eine große Mehrheit wohl keine richtige Antwort wissen.
Wenn aber das Fronleichnamsfest für Christen mehr als ein verlängertes Wochenende sein soll, dann ist es wichtig, den Sinn des Festes stärker zu erfassen.

Der Ursprung
Das Wort „Fronleichnam“ stammt aus dem Mittelhochdeutschen und heißt übersetzt „Leib des Herrn“.
Es geht um die Feier der Gegenwart Christi im Sakrament der Eucharistie. Der Donnerstag als Feiertag steht in enger Verbindung zum Gründonnerstag, an dem die Kirche der Einsetzung des Herrenmahles durch Jesus selbst gedenkt.
Was wegen der Stille der Karwoche nicht prachtvoll entfaltet werden kann, soll 50 Tage nach Ostern umso feierlicher hervorgehoben werden.
Höhepunkt an diesem Fest ist die Feier der Heiligen Messe. Die Prozession, in der die in den Leib Christi verwandelte Hostie in der Monstranz feierlich mitgetragen wird, bringt vor allem die Weggemeinschaft Jesu mit seinem Volk zum Ausdruck und ist zugleich ein öffentliches Bekenntnis zur Gegenwart des Herrn in der Eucharistie.
Entstanden ist das Fest im 13. Jahrhundert, als das andächtige Anschauen der Hostie mit Anbetung üblich wurde. Diese Form der Frömmigkeit ist auch heute nicht überholt, muss aber immer im Zusammenhang mit der Feier der Eucharistie, besonders der Wandlung, gesehen werden, denn erst durch sie wird aus Brot der Leib Christi.

Leib des Herrn
Das Markusevangelium, das in diesem Jahr an Fronleichnam verkündet wird, berichtet, wie Jesus das Paschamahl durch seine Jünger vorbereiten lässt, wie er dann beim Mahl Brot nahm, es brach und den Jüngern mit den Worten reichte: „Nehmt, das ist mein Leib.“ Dasselbe machte er mit dem Kelch mit den Worten: „Das ist mein Blut des Bundes, das für viele vergossen wird.“
Der Evangelist Johannes spricht in seinem Evangelium vom lebendigen Brot, das vom Himmel herabgekommen ist und ewiges Leben schenkt (Joh 6,51).
Brot ist das wichtigste Nahrungsmittel des Menschen. Es steht für die gesamte Ernährung. Im Vaterunser beten wir: „Unser tägliches Brot gib uns heute.“ Viele Menschen auf der Welt rufen vergeblich nach diesem Brot. Sie hungern – und es bedarf höchster Anstrengungen aller Menschen, um den Hunger zu stillen.
Es gibt aber noch einen anderen Hunger, der nicht weniger groß ist, den Hunger nach Zuwendung und Liebe, nach geistiger und geistlicher Nahrung. Es ist der Hunger nach Leben in Fülle. Diesen Hunger können Menschen allein nicht stillen. Da bedarf es einer Speise, die nicht von der Erde kommt, sondern vom Himmel. Diese Speise ist Jesus selbst, uns gereicht in Brot und Wein. Jesus gibt nicht irgendein Brot, er selbst ist das Brot.
Wie Brot, das verzehrt wird, Leben schenkt, so schenkt Jesus der Welt das Leben durch seinen Tod.
Jesu Einladung zum Verzehr seines Leibes und Blutes bedeutet, dass wir ihn in uns aufnehmen und Gemeinschaft, Kommunion, mit ihm halten. Christlicher Glaube vollzieht sich nicht nur im Kopf, sondern auch im Magen. Wir sagen ja auch sonst, wenn uns etwas beschäftigt, dass wir es genießen oder verdauen. Eucharistie feiern heißt, Jesus in unser Herz aufnehmen und mit ihm eins werden durch einen tiefen Glauben. Jesus schließt in seinem Mahl einen Bund mit uns, seinem Volk. Er schenkt uns Leben in Fülle. So lebt Christus in uns. Der Name Christ bezeichnet genau diese Gemeinschaft mit dem Herrn.

Wandlung
Wenn Menschen sich etwas schenken, um Liebe und Zuwendung zum Ausdruck zu bringen, dann wandelt sich die Bedeutung des Geschenks, ohne dass man ihm diese Wandlung ansieht. Der Beschenkte aber weiß, dass die Zuneigung des Gebers darin steckt und wird behutsam damit umgehen.

So weiß der Gläubige, dass in jeder Eucharistiefeier das Brot gewandelt wird. Es wird zum Leib Christi. In der Kommunion wird es uns als Speise zum ewigen Leben geschenkt. Hostien, die übrigbleiben, werden wegen dieser Wandlung daher im Tabernakel oder in der Monstranz aufbewahrt.
Dass die Wandlung, die wir feiern, auch unsere Wandlung zur Folge haben muss, leuchtet jedem ein, der glaubt. Wer Liebe erfahren hat, will sie auch erwidern.

Vieles kann sich auch heute an diesem Festtag bei uns wandeln, wenn dieses Fest für uns mehr ist als ein verlängertes Wochenende.

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