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Katholische Seelsorgeeinheit Isny

Aktuelle Ausgabe von IsnyAktuell mit Kirchenblatt

Hier finden Sie die aktuelle Ausgabe von IsnyAktuell mit dem Kirchenblatt der Kath. Seelsorgeinheit Isny

IsnyAktuell


Predigt am 2. Adventssonntag (Jes 11,1-10); Pfr. Dieter Huynh

2. Adventssonntag

„Kehrt um! Denn das Himmelreich ist nahe!“, ruft uns Johannes aus der Wüste zu. Von überall her kommen die Menschen, bekennen ihre Sünden und lassen sich im Jordan taufen.
Aber das Himmelreich ist nicht gekommen. Johannes wurde ins Gefängnis geworfen, sein Kopf wurde abgeschlagen und auf einem silbernen Teller präsentiert.
„Kehrt um! Denn das Himmelreich ist nahe!“, verkündet Jesus wenig später. Und das Volk, das im Finstern saß, sieht ein helles Licht, Hoffnung auf eine gute Zukunft.
Aber das Himmelreich ist nicht gekommen. Jesus wurde gefangen genommen und starb einen grausamen Tod am Kreuz.
„Kehrt um! Denn das Himmelreich ist nahe!“, verkünden im Laufe der Kirchengeschichte so viele Prediger und Gruppierungen. Und viele Getaufte sind Christus nachgefolgt und haben versucht, das Evangelium zu leben.
Aber das Himmelreich ist nicht gekommen.
Im Reich unserer Welt herrschen Krieg und Terror, Gewalt und Unterdrückung – vom Himmelreich, von Gottes neuer Welt des Friedens und der Gerechtigkeit, wie sie der Prophet Jesaja in so wunderschönen Bildern beschreibt, ist unsere Welt meilenweit entfernt.

Warum kommt es nicht?
Warum kommt das Himmelreich nicht? Sind sie nicht umgekehrt, haben die Christinnen und Christen versagt? War ihr Glaube zu schwach, ihr Einsatz zu gering, obwohl sie mit Heiligem Geist und mit Feuer getauft wurden? Man könnte wirklich den Eindruck haben, dass das Feuer des Heiligen Geistes in unserer Kirche am Verlöschen ist, zumindest hier in Europa. Wirklich nennenswerte Aufbrüche – Umkehr! – sind nicht groß auszumachen. Das ist frustrierend, entmutigend. Ist unser Glaube am Ende?
Oder sind wir Gott gleichgültig geworden? Verzichtet er auf das Himmelreich, weil wir, die Menschen, so ein hoffnungsloser Fall sind? Hat er uns aufgegeben?

Oder sind wir gleichgültig geworden, trauen wir es ihm nicht zu, ist unser Glaube versickert im Sand unserer Lebenswüsten?

Und es kommt doch!
Und doch geschieht es: Der Wolf findet Schutz beim Lamm, der Panther liegt beim Böcklein. Kuh und Bärin nähren sich zusammen, ihre Jungen lagern beieinander. Der Säugling spielt vor dem Schlupfloch der Natter.
Die Friedensvision des Jesaja wird Wirklichkeit, wenn ganz unterschiedliche Menschen miteinander reden und gemeinsam handeln: die syrische Flüchtlingsfrau und der Pegida-Anhänger, der einfache Landwirt aus dem Bauerndorf und der erfolgreiche Ingenieur aus der Großstadt, die attraktive Geschäftsfrau und der zahnlose Obdachlose auf der Straße. Immer wieder blitzt das Reich Gottes auch in unserer Welt auf: Wenn zerstrittene Nachbarn aufeinander zugehen, wenn Paare, die sich auseinandergelebt haben, wieder zueinander finden, wenn der Sohn, der jahrelang den Kontakt zu den Eltern abgebrochen hat, daheim anruft.

Das Reich Gottes ist nahe, wenn ihr umkehrt, wenn Menschen umkehren und neue Wege wagen.

Aber es gilt auch: Kehrt um!
Jedes Jahr im Advent hören wir den mahnenden Ruf zur Umkehr und die Verheißung auf eine bessere Welt.
Advent- Erwartung, Ankunft, Verheißung. Alle Jahre wieder, jedes Jahr dasselbe, derselbe Trott, dieselben Bräuche und Gewohnheiten – aber nein: Immer wieder neu werden die Worte der Verheißung uns zugesprochen, in unsere immer wieder neue Lebenssituation. Immer wieder neu wollen sie uns Mut machen und aufrichten: Gib nicht auf! Hab Vertrauen in Gott und in die Menschen. Lass nicht zu, dass die Berge des Misstrauens und der Vorurteile, die Abgünde der Angst und des Zweifelns den Blick auf das Reich Gottes verstellen.
Du bist eingeladen mit Hand anzulegen, das Feuer des Heiligen Geistes, mit dem du getauft wurdest, wieder in dir entflammen zu lassen und den Weg des Herrn zu bereiten.


Bereite den Weg des Herrn, den Weg in dein Herz, den Weg zu den Menschen, den Weg in unsere Welt, die oft so gar nicht dem Himmelreich gleicht und immer beides kennt: die Hölle und den Himmel, und ganz viel dazwischen.
Seid gewiss: Der Herr kommt! Er ist nahe! Es ist Advent!

Deshalb: Bereitet den Weg des Herrn. Macht gerade seine Straßen. Und alle Welt – oder zumindest ein kleiner Teil unserer Welt – wird das Heil Gottes schauen.

Predigt am 2. Adventssonntag (Jes 11,1-10); Pfr. E. Jans

Liebe Gemeinde,
„Der Wolf findet Schutz beim Lamm, der Panther liegt beim Böcklein. Kalb und Löwe weiden zusammen.“ Es sind paradiesische Zustände, von denen Jesaja schreibt. Niemand schadet dem anderen, selbst die, die schon immer Feinde waren – wie Wolf und Lamm – werden Freunde.
Nun sind wir in unserer Welt von solch einem paradiesischen Frieden allerdings ziemlich weit weg – und ein Friede beispielsweise zwischen Ukrainern und Russen scheint beinahe so fern wie der zwischen Wolf und Lamm. Aber gerade in dieser Zeit finde ich es wohltuend und ermutigend, auf diese Worte des Jesaja zu schauen.
Denn auch zu seiner Zeit war es nicht viel anders. Auch Jesaja kannte Unfrieden, auch er wusste um erbitterte Feindschaften, um scheinbar unüberwindliche Gräben. Und doch will er offensichtlich sagen: Trotz allem und gegen allen Augenschein: gebt die Hoffnung nicht auf. Sagt nicht, Friede sei unmöglich. Auch wenn der Weg dorthin schwierig scheint, auch wenn der Friede in unerreichbarer Ferne scheint, gebt die Hoffnung nicht auf.
Dabei ist Jesaja keineswegs ein weltfremder Träumer. Und er weiß auch, dass dieser Friede nicht von jetzt auf nachher einfach so vom Himmel fällt. Er verwendet dafür ein anderes Bild: Das Bild vom Baumstumpf, aus dem ein Reis, ein kleiner frischer Zweig wächst. Der Baumstumpf steht ja zunächst mal eher für das Gegenteil von Hoffnung. Wo vorher noch ein großer prächtiger Baum war, ist nun nur noch ein kümmerlicher Stumpf, scheinbar tot und nutzlos. Und doch – wir können es ja auch in der Natur beobachten – manchmal ist dort, wo alles tot scheint, doch noch Leben. Auch aus einem scheinbar toten Baumstumpf kann neues Leben entstehen, zunächst klein und zart, aber doch so voller Kraft, dass daraus wieder Großes entstehen kann.
Jesaja verbindet dieses Bild mit der Hoffnung auf einen aus dem Stamm Isais. Isai ist der Vater des König David, eine andere Form dieses Namens ist Jesse. Der Baumstumpf Isais ist so gesehen nichts anderes als die Wurzel Jesse, von der ein Weihnachtslied singt: „Es ist ein Ros entsprungen aus einer Wurzel zart, von dem die Alten sungen, von Jesse kam die Art.“ Dieses Lied greift eine alte Tradition auf, in der Jesus mit diesem hoffnungsfrohen Zweig aus der Baumstumpf Isais verbunden wird.
So berechtigt diese Verbindung ist, so muss man doch einschränkend sagen: Jesaja hat hier nicht an die Geburt eines Kindes gedacht, das 700 Jahre später geboren werden sollte – das hätte die Menschen zu seiner Zeit auch nicht wirklich interessiert. Ihm ging es um die grundsätzliche und zu allen Zeiten gültige Frage: Dürfen Menschen auf Frieden hoffen, auch dort, wo scheinbar unüberwindliche Gegensätze herrschen? Lohnt es sich, für den Frieden einzutreten?
Und seine Antwort ist klar: Ja, es lohnt sich. Es lohnt sich schon deshalb, weil der Friede auch Gottes Wille ist.
Wenn wir nun auf Jesus schauen, den wir gerne mit diesem hoffnungsvollen Zweig aus dem Baumstumpf verbinden, dann müssen wir einerseits nüchtern feststellen: Nein, auch mit ihm ist dieser große Frieden nicht eingekehrt. Das Lamm muss sich immer noch vor dem Wolf hüten, Kalb und Löwe weiden immer noch nicht friedlich miteinander. Immer noch gibt es viel zu viel Unfrieden in der Welt.
Was sich aber mit Jesus Christus bestätigt hat, ist genau diese Hoffnung, die schon Jesaja erfüllt hat. Mag der Friede noch so fern sein, gebt die Hoffnung nicht auf. Denn mit Christus kam neue Hoffnung in die Welt, vielleicht auch klein und zart wie jener junge Zweig aus dem Baumstumpf. Aber so klein dieser Zweig zunächst sein mag, in ihm liegt doch eine großartige Botschaft verborgen: es gibt Grund zur Hoffnung, weil Gott selbst neues Leben schenken will.

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