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Katholische Seelsorgeeinheit Isny

Aktuelle Ausgabe von IsnyAktuell mit Kirchenblatt

Hier finden Sie die aktuelle Ausgabe von IsnyAktuell mit dem Kirchenblatt der Kath. Seelsorgeinheit Isny

IsnyAktuell


Predigt am 1. Adventssonntag (Jes 2,1-5); Pfr. E. Jans

Liebe Gemeinde
„Dann werden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen umschmieden und ihre Lanzen zu Winzermessern.“ Dieser Satz drückt eine große Sehnsucht nach Frieden aus. Es sollen eben nicht die Waffen sprechen – ob damals Schwerter und Lanzen, oder heute Bomben und Panzer. Sondern jeder soll in Frieden seiner Arbeit nachgehen können: mit dem Pflug auf dem Feld oder dem Winzermesser in den Weinbergen oder auch heute dem Computer im Büro … Diese Sehnsucht nach Frieden können wir in diesen Tagen sicher besonders gut nachempfinden: Wie sehr wünschen wir den Menschen in der Ukraine, dass sie sich nicht vor Bomben fürchten müssen oder wegen der Angriffe auf die Energieversorgung frieren müssen. Wie sehr wünschen wir ihnen, dass sie endlich wieder in Frieden ihrer normalen Arbeit nachgehen können.
Wir dürfen bei dem Frieden aber durchaus auch an den Frieden bei uns selbst denken: den Frieden in den Familien oder den Frieden im eigenen Herzen. Wie oft ist auch da der Friede gestört, wie sehr wünschen wir uns auch da echten Frieden.
Die Lesung aus dem Jesajabuch endete mit der Aufforderung: „Auf, wir wollen gehen im Licht des Herrn“. Ich glaube, diese Worte passen wunderbar an den Anfang des Advents. Und ich meine, sie können uns dreierlei sagen: Zum einen: Es gibt dieses Licht des Herrn. Auch wenn es manchmal düster aussehen mag, dieses göttliche Licht ist nicht verloschen. Gerade im Advent feiern wir ja das: all die Kerzen, die wir anzünden, all die Lichter, die wir aufstellen, sollen uns letztlich daran erinnern: Gott will sein Licht in unserer Welt leuchten lassen. Und so hat dieser Satz zunächst etwas Tröstliches und Ermutigendes: Es gibt dieses göttliche Licht, und wo es leuchtet, da ist Hoffnung, wo wir uns diesem Licht zuwenden, da wächst die Zuversicht.
Im Licht des Herrn gehen heißt also zuallererst: Wir sind nicht in trostloser Nacht gefangen.
Im Licht des Herrn gehen – das bedeutet dann aber natürlich auch, Gott zu suchen, zu versuchen, sich an seiner Botschaft zu orientieren. Wer Gott im Blick hat, hat auch die göttliche Liebe im Blick. Im Licht des Herrn gehen heißt in seiner Liebe gehen. Wenn wir in der Adventszeit uns besonders diesem göttlichen Licht öffnen wollen, öffnen wir uns seiner Liebe – und werden versuchen, diese Liebe weiterzugeben.
Und schließlich steckt in diesem Satz gerade in der Verbindung mit dem Bild von den Schwertern und Pflugscharen die Hoffnung: Wenn viele Menschen im Licht des Herrn gehen, wenn viele Menschen ehrlichen Herzens Gott suchen, dann wir Friede möglich. Es mag ein langer und steiniger Weg sein, es mag manche Rückschläge geben, aber dieser Weg zu Gott soll und wird ein Weg zum Frieden sein. Mancher wird hier vielleicht einwenden: Waren nicht gerade die Religionen immer wieder Ursache für Unfrieden und für Kriege? Wird nicht im Namen Gottes immer wieder großes Unrecht getan? Zugegeben, das stimmt und es ist alles andere als ein Ruhmesblatt. Manchmal wurde und wird der Glaube mit blindem Fanatismus verbunden. Und doch bin ich überzeugt, dass der Weg zu Gott letztlich ein Weg des Friedens ist. Biblische Texte wie diese Worte aus dem Buch Jesaja machen es jedenfalls deutlich: Wer Gott sucht, kommt nicht mit Schwertern und Lanzen, wer Gott sucht, geht den Weg des Friedens.
„Auf, wir wollen gehen im Licht des Herrn“: kein schlechter Ratschlag am Anfang des Advents. Gehen wir im Licht des Herrn, mit all dem, was dies bedeutet: Nehmen wir die Zuversicht mit, dass Gott sein Licht in unserem Leben leuchten lassen will. Versuchen wir uns an Gott und seiner Güte zu orientieren. Und werden wir nicht müde, den Weg des Friedens zu suchen und zu gehen. Amen.

Predigt am 2. Adventssonntag (Jes 11,1-10); Pfr. E. Jans

Liebe Gemeinde,
„Der Wolf findet Schutz beim Lamm, der Panther liegt beim Böcklein. Kalb und Löwe weiden zusammen.“ Es sind paradiesische Zustände, von denen Jesaja schreibt. Niemand schadet dem anderen, selbst die, die schon immer Feinde waren – wie Wolf und Lamm – werden Freunde.
Nun sind wir in unserer Welt von solch einem paradiesischen Frieden allerdings ziemlich weit weg – und ein Friede beispielsweise zwischen Ukrainern und Russen scheint beinahe so fern wie der zwischen Wolf und Lamm. Aber gerade in dieser Zeit finde ich es wohltuend und ermutigend, auf diese Worte des Jesaja zu schauen.
Denn auch zu seiner Zeit war es nicht viel anders. Auch Jesaja kannte Unfrieden, auch er wusste um erbitterte Feindschaften, um scheinbar unüberwindliche Gräben. Und doch will er offensichtlich sagen: Trotz allem und gegen allen Augenschein: gebt die Hoffnung nicht auf. Sagt nicht, Friede sei unmöglich. Auch wenn der Weg dorthin schwierig scheint, auch wenn der Friede in unerreichbarer Ferne scheint, gebt die Hoffnung nicht auf.
Dabei ist Jesaja keineswegs ein weltfremder Träumer. Und er weiß auch, dass dieser Friede nicht von jetzt auf nachher einfach so vom Himmel fällt. Er verwendet dafür ein anderes Bild: Das Bild vom Baumstumpf, aus dem ein Reis, ein kleiner frischer Zweig wächst. Der Baumstumpf steht ja zunächst mal eher für das Gegenteil von Hoffnung. Wo vorher noch ein großer prächtiger Baum war, ist nun nur noch ein kümmerlicher Stumpf, scheinbar tot und nutzlos. Und doch – wir können es ja auch in der Natur beobachten – manchmal ist dort, wo alles tot scheint, doch noch Leben. Auch aus einem scheinbar toten Baumstumpf kann neues Leben entstehen, zunächst klein und zart, aber doch so voller Kraft, dass daraus wieder Großes entstehen kann.
Jesaja verbindet dieses Bild mit der Hoffnung auf einen aus dem Stamm Isais. Isai ist der Vater des König David, eine andere Form dieses Namens ist Jesse. Der Baumstumpf Isais ist so gesehen nichts anderes als die Wurzel Jesse, von der ein Weihnachtslied singt: „Es ist ein Ros entsprungen aus einer Wurzel zart, von dem die Alten sungen, von Jesse kam die Art.“ Dieses Lied greift eine alte Tradition auf, in der Jesus mit diesem hoffnungsfrohen Zweig aus der Baumstumpf Isais verbunden wird.
So berechtigt diese Verbindung ist, so muss man doch einschränkend sagen: Jesaja hat hier nicht an die Geburt eines Kindes gedacht, das 700 Jahre später geboren werden sollte – das hätte die Menschen zu seiner Zeit auch nicht wirklich interessiert. Ihm ging es um die grundsätzliche und zu allen Zeiten gültige Frage: Dürfen Menschen auf Frieden hoffen, auch dort, wo scheinbar unüberwindliche Gegensätze herrschen? Lohnt es sich, für den Frieden einzutreten?
Und seine Antwort ist klar: Ja, es lohnt sich. Es lohnt sich schon deshalb, weil der Friede auch Gottes Wille ist.
Wenn wir nun auf Jesus schauen, den wir gerne mit diesem hoffnungsvollen Zweig aus dem Baumstumpf verbinden, dann müssen wir einerseits nüchtern feststellen: Nein, auch mit ihm ist dieser große Frieden nicht eingekehrt. Das Lamm muss sich immer noch vor dem Wolf hüten, Kalb und Löwe weiden immer noch nicht friedlich miteinander. Immer noch gibt es viel zu viel Unfrieden in der Welt.
Was sich aber mit Jesus Christus bestätigt hat, ist genau diese Hoffnung, die schon Jesaja erfüllt hat. Mag der Friede noch so fern sein, gebt die Hoffnung nicht auf. Denn mit Christus kam neue Hoffnung in die Welt, vielleicht auch klein und zart wie jener junge Zweig aus dem Baumstumpf. Aber so klein dieser Zweig zunächst sein mag, in ihm liegt doch eine großartige Botschaft verborgen: es gibt Grund zur Hoffnung, weil Gott selbst neues Leben schenken will.

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