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Katholische Seelsorgeeinheit Isny

Aktuelle Ausgabe von IsnyAktuell mit Kirchenblatt

Hier finden Sie die aktuelle Ausgabe von IsnyAktuell mit dem Kirchenblatt der Kath. Seelsorgeinheit Isny

IsnyAktuell


"Corona-Regeln" bei den Gottesdiensten 

Aktuell gelten folgende Corona-Regeln bei den Gottesdiensten

Wir bitten um freiwilliges Tragen einer Maske während der Gottesdienste. 

Die Abstandsregel ist nicht mehr verpflichtend. Trotzdem ist es nach wie vor sinnvoll, ein wenig auf Abstand zu achten.

Predigt am Sonntag, 14.08. ; Pfarrvikar Dieter Huynh 

20. Sonntag im Jahreskreis

 
Bilder von Jesus
Es gibt viele Bilder von Jesus. Es sind keine Fotografien, weil es das damals nicht gab. Die Evangelisten aber haben ihn beschrieben in ihren Berichten über ihn. Er erscheint als der gute Hirt, der sich um die verlorenen Schafe kümmert, ist gütig, barmherzig und voller Demut. Am Ende wehrt er sich nicht, sondern gibt sein Leben hin am Kreuz. Nur selten fällt er aus dieser Rolle. So zum Beispiel bei der Tempelreinigung, oder wie im heutigen Evangelium, wenn er von einem Frieden spricht, der eigentlich keiner ist. Da ist die Rede von Feuer, das er auf die Erde wirft, von Auseinandersetzung, von Streit, der normalerweise als das Gegenteil von Frieden verstanden wird.
Jesus ist eben nicht so, wie mancher glaubt. Er hat eine ganz andere Seite, ist anders, als wir ihn uns ausmalen oder wünschen. Er ist kein Drückeberger oder Feigling, der sich an notwendigen Entscheidungen vorbeidrückt. Er schließt keinen faulen Frieden, sondern er nimmt vielmehr den Kampf auf, der ihn schließlich das Leben kostet. Im Evangelium des Lukas beschreibt er es als seine Taufe, die an ihm vollzogen werden muss. Wir haben es mit der Paradoxie des Kreuzes zu tun, mit einer Entschiedenheit, die Mut bedeutet. Jesus wirft ein Feuer auf die Erde, das diese nicht vernichtet, sondern verwandelt. Er sagt dem Bösen den Kampf an und führt das Gute zum Sieg. Tod und Auferstehung stehen für diesen Weg. Die Lesungen des heutigen Sonntags sprechen das gleiche Thema an. Auch sie fordern den Einsatz eines ganzen Menschen. Der Prophet Jeremia muss für die Ausführung seines Auftrags Verfolgung in Kauf nehmen und der Hebräerbrief fordert die Christen zu Mut und Ausdauer wie in einem Wettkampf auf.

Nachfolge Jesu
Auch wir müssen in unserem Leben entschieden sein, wenn wir unseren Weg als Nachfolge Jesu verstehen. Mit Halbherzigkeit ist christlicher Glaube nicht zu machen. Jesus hat seine Mission mit ganzer Hingabe erfüllt, nicht mit faulen Kompromissen, sondern mit Entschiedenheit. Uns ist das Feuer anvertraut, das er auf die Erde warf, die Botschaft vom Reich Gottes. Es ist der Geist Gottes, der wie Feuer das Böse verbrennt und das Gute zum Tragen bringt. Das Feuer, von dem Jesus spricht, bedeutet Läuterung. Mit Feuer kann man Unrat vernichten. Nebenbei: Die Rede vom Fegefeuer meint genau das. Es geht nicht um Qualen, sondern um Reinigung. Im Lateinischen ist die Rede vom Purgatorium, vom Reinigungsort. Somit ist Fegefeuer eine Gnade, die Gott schenkt, wenn Unreines den Weg zur Ewigkeit behindert.

Feuer und Flamme
Im Fernsehen gibt es eine Dokureihe mit dem Titel „Feuer und Flamme“. Darin geht es um die Arbeit der Einsatzkräfte der Feuerwehr. Feuerwehrleute sind keine Pyromanen. Es geht nicht darum, Feuer zu zünden, sondern zu löschen. Dass viele von ihnen für ihr Wirken Feuer und Flamme sind und mit vollem Einsatz Ihren Dienst tun, ist bekannt. Das Wort Jesu zu seinen Jüngern, er sei gekommen, Feuer auf die Erde zu werfen und sein Wunsch, dass es brenne, kann uns dazu animieren, als Christinnen und Christen für Jesus und seine Botschaft Feuer und Flamme, Menschen mit einer Begeisterung für die Sache Jesu, das Evangelium, die Verwirklichung des Gottesreiches zu sein.
Christen, deren Glaube ausgebrannt ist, gibt es genug. Da kommt es auf Gläubige an, die mit ganzer Hingabe ihren Glauben leben und verkünden. Das hat natürlich seinen Preis. Der Prior von Taizé, Roger Schutz, sprach von „Kampf und Kontemplation“. Jesus mutet uns Entschiedenheit zu und schenkt zugleich die Kraft, ihm auf seinem Weg zu folgen. Wer sich von dem Feuer Jesu anstecken lässt, der findet zu einem Frieden, der Konflikte nicht scheut, der aber im Gegensatz zu dem Frieden, wie die Welt ihn gibt, von Dauer ist. Es lohnt sich, diesen Frieden anzustreben und alles dafür zu geben.

Predigt am Sonntag, 17.7. (zu Gen 18,1-10); Pfr. E. Jans

Gastfreundschaft

Liebe Gemeinde,
zwei Texte über die Gastfreundschaft haben wir eben gehört. Abraham bewirtet zusammen mit seiner Frau Sara die drei Männer bei den Eichen von Mamre, und Jesus ist zu Gast bei Marta und Maria und genießt deren Gastfreundschaft. Hier, bei Marta und Maria zeigt sich natürlich: zu einer guten Gastfreundschaft gehört manchmal nicht nur die Bewirtung, sondern auch die Bereitschaft, sich Zeit zu nehmen und zuzuhören.
Ich möchte aber heute eher auf Abraham und Sara und ihre Gastfreundschaft eingehen. Gerade diese alte Erzählung zeigt ja nicht nur, welch hohen Stellenwert die Gastfreundschaft damals hatte, sie zeigt auch beispielhaft, dass der, der Gäste aufnimmt, oft selbst reich beschenkt ist. So jedenfalls erfahren es Sara und Abraham: die zunächst unbekannten Gäste stellen sich als Boten Gottes heraus, in ihnen kommt Gott selbst ganz nahe, und Abraham und Sara werden zudem mit einer kostbaren Verheißung beschenkt: ihnen soll der so lang ersehnte Kinderwunsch erfüllt werden.
Wer anderen die Tür öffnet, kann selbst reich beschenkt werden. Vielleicht können wir diese Erfahrung auch heute manchmal machen. Natürlich ist das kein Automatismus, natürlich kann es auch die andere Erfahrung geben, dass die Gäste anstrengend und belastend sind und man froh ist, wenn sie wieder weg sind. Nicht alle Gäste sind ein bereicherndes Geschenk. Aber manchmal ist es eben doch so: das Gespräch, die Begegnung tut nicht nur den Gästen gut, sondern man selbst fühlt sich danach glücklicher und erfüllter.
Und manchmal ist es vielleicht dann doch auch so, dass im Gast etwas von Gottes Nähe erfahrbar wird. In dieser alten biblischen Erzählung wird es ja etwas verwirrend geschildert: mal ist von drei Männern die Rede, mal von einem, mal scheint Gott selbst zu reden. Die Personen verschwimmen da etwas ineinander. Vielleicht kann man dies gerade so deuten: Manchmal kommt in einem Gast auf geheimnisvolle Weise Gott selbst uns ganz nahe. Mag sein, es lässt sich dann nicht genau sagen, wie Gottes Nähe mit dem Gast zusammenhängt, aber irgendwie ist er doch da – segensreich da.
Ich finde es ein wenig schade, dass die Lesung an dieser Stelle abbrach. Denn in der Bibel geht die Geschichte noch weiter. Als Sara die Kindesverheißung hört kann sie es nicht glauben. „12 Sara lachte daher still in sich hinein und dachte: Ich bin doch schon alt und verbraucht und soll noch Liebeslust erfahren? Auch ist Abraham doch schon ein alter Mann!“
Die Reaktion ist nur zu verständlich. Und wenn Sara still in sich hineinlacht, so sehe ich darin keine Ablehnung, sondern eher sinngemäß die Gedanken: „nett, dass du mich aufmuntern willst, aber so schön es wäre, so sehr ich mir immer ein Kind gewünscht habe, das kann ich wirklich nicht glauben …“ Und als Sara dann auf ihr Lachen angesprochen wird, fühlt sie sich ertappt und streitet es schnell ab: „Nein, ich habe nicht gelacht“. Man könnte es wohl als kleine Notlüge bezeichnen – auch das nur zu verständlich. Sara will doch nicht den Eindruck erwecken, als habe sie womöglich über den Gast gelacht … Ausdrücklich heißt es, sie habe es abgestritten, weil „sie Angst hatte“. Schnell wird freilich deutlich, dass diese Angst überflüssig ist, zumal dann, wenn Gott selbst Gast ist. Nicht nur weil Saras Notlüge natürlich durchschaut wird, sondern vor allem, weil Gott ihr dieses ungläubige Lachen nicht übel nimmt und die Verheißung trotzdem bestehen bleibt.
Und so finde ich diese Erzählung eine wunderbare Gastgeschichte: Abraham und Sara erweisen sich als vorbildliche Gastgeber, auch wenn Sara doch eine kleine menschlich- allzumenschliche Schwäche zeigt. Aber das macht nichts. Die Gastgeschichte endet doch so, wie hoffentlich auch heute noch manche Gastgeschichte endet: Die Gäste können gesättigt und gestärkt weitergehen, und die, die Gastfreundschaft gelebt haben, sind am Ende die wirklich Bereicherten und Beschenkten.
Amen.

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