Katholische Seelsorgeeinheit Isny

Impuls - „Selig, die Frieden stiften“ Pfarrer Hermann Seeger

Am 25. Oktober wird in der Katholischen Kirche der „Sonntag der Weltmission“ begangen mit dem Leitspruch: „Selig, die Frieden stiften“. Wenn von Weltmission die Rede ist, kann schon mal die Frage aufkommen: ist das eigentlich noch zeitgemäß, Menschen für den christlichen Glauben zu gewinnen? Muss nicht jede und jeder die eigene Überzeugung leben?
Es ist keine Frage, dass wir gegenseitig unserer Überzeugungen achten und sie auch leben. Doch manchmal steckt hinter den Fragen ein falsches Verständnis von Mission.
Die Missionare gehen nicht in fremde Länder, um Menschen den christlichen Glauben überzustülpen oder aufzudrängen. Die Kirche fühlt sich dem Auftrag Jesu verpflichtet: „Geht hinaus in die ganze Welt und verkündet das Evangelium allen Geschöpfen!“ (Mk16.15). Das Evangelium verkünden bedeutet, von seiner Überzeugung, seinem Glauben Zeugnis zu geben im Wort und in der Tat.
Seit Jahrzehnten habe ich Verbindung zu einer Missionsstation von Benediktinerinnen in Nairobi/Kenia, die mittlerweile weit über Kenia hinausstrahlt. Ein Schlaglicht aus ihrem Missionsalltag: „Sozialarbeit (zu den Leuten gehen, die leiden): Seit Anfang April haben wir Lockdown wegen der Pandemie. So sind viele Arme, die nicht zur Arbeit gehen können, am Verhungern… Die erste Gruppe, die unterstützt wurde, war Wasafi, ehemaligen Straßenjungen…, die nächste Gruppe waren ihre armen Nachbarn im Slum. Sr. Serva brachte ihnen Lebensmittel und Masken (eine Spende aus Korea). Sie schätzen unsere Hilfe sehr, und auch wir waren froh, ihnen nahe zu sein“. Ein kleiner Einblick in die Arbeit der Missionarinnen, der zeigt, wie christliches Zeugnis gerade in Zeiten der Pandemie aussehen kann.
Verdienen sie nicht auch unsere Solidarität, unsere Hilfe, unser Gebet für dieses Zeugnis?

„Selig, die Frieden stiften“.

"Corona-Regeln" bei den Gottesdiensten

Seit dem 19. Oktober gilt für Baden-Württemberg die Pandemiestufe 3. Damit haben sich auch für die Gottesdienste einige Regeln geändert:

Mundschutz ist nun verpflichtend.

Eine Teilnehmerliste muss geführt werden.

Gemeindegesang, der bisher schon eingeschränkt war, ist nicht mehr möglich (weiterhin möglich bleibt aber, dass einzelne oder kleine Gruppen als Vorsänger bzw. Instrumentalisten mitwirken).

Andere Regeln wie der Mindestabstand von 1,5 m und Händedesinfektion gelten unverändert weiter. Ebenso dürfen weiterhin Personen mit Krankheitssymptomen nicht an den Gottesdiensten teilnehmen.

Anmeldung: Eine Anmeldung zu den Gottesdiensten ist in der Regel nicht erforderlich. Bei besonderen Gottesdiensten, an denen der Platz knapp werden könnte, bieten wir aber eine Anmeldung an. Wer hier also sicher gehen möchte, einen Platz zu bekommen, kann sich vorher im Pfarrbüro anmelden. Solange Plätze vorhanden sind, können Sie aber natürlich auch hier spontan kommen. 

Predigt Pfr. Jans zum 30. Sonntag: Ex 22 "Mein Zorn wird entbrennen."

Liebe Gemeinde,
„mein Zorn wird entbrennen“ – so hörten wir in der Lesung. Diese Rede vom Zorn Gottes hören wir ja nicht so gern, aber gerade deshalb finde ich es spannend einmal darauf zu schauen.
Manch einer fühlt sich hier vielleicht an einen Gegensatz erinnert, von dem immer wieder gesprochen wird, der aber so eigentlich nicht stimmt: Im Neuen Testament bei Jesus, da gehe es um den liebenden Gott, im Alten Testament dagegen eher um den strafenden und eben manchmal auch zürnenden Gott. Richtig ist sicher, dass Jesus ganz besonders Gottes Liebe betont. Das Evangelium, das wir heute gehört haben, zeigt, wie sehr Jesus Christus die Liebe in den Mittelpunkt stellt. Das Evangelium zeigt freilich zugleich, dass hier kein Gegensatz zum Alten Testament vorliegt. Denn Jesus zitiert diese schönen Sätze über die Liebe eben aus dem Alten Testament.
Wie sieht es nun aber mit dem „Zorn Gottes“ aus? Ich meine zwei Gedanken machen diese Rede vom göttlichen Zorn verständlicher. Zum einen müssen wir bedenken, dass alle Rede von Gefühlen und Gemütsregungen bei Gott letztlich von menschlichen Vorstellungen getragen ist. Wenn die Bibel davon redet, dass Gott Mitleid hat, dass etwas ihn reut, dass er ein weites Herz hat, oder eben auch dass sein Zorn entbrennt, dann stecken dahinter menschliche Vorstellungen – und Gott ist immer unendlich größer als unsere Vorstellungen.
Und der zweite Gedanke ist schlicht eine Frage der Übersetzung. Nicht selten habe ich den Eindruck, dass das deutsche Wort Zorn nicht genau das wiedergibt, was eigentlich gemeint ist. Das hebräische Wort, das hier steht, hat einen weiteren Bedeutungsumfang: Es meint nicht nur den Zorn (schon gar nicht den blindwütigen Zorn) sondern oft eher Empörung, ja manchmal schlicht Leidenschaft.
Das Gegenteil von Zorn ist deshalb weniger die Liebe, sondern die Gleichgültigkeit. Und wenn Gott nicht allem gelichgültig zuschaut, dann muss es in ihm so etwas geben wie Empörung.
Nehmen wir ein Beispiel: Wenn Eltern sehen, dass ihren Kindern Unrecht geschieht, dann wird sie das nicht kalt lassen. Gerade weil sie die Kinder lieben, werden sie zornig – oder sagen wir besser empört sein über das Unrecht. Und sie werden dafür eintreten und kämpfen, dass die Kinder zu ihrem Recht kommen.
Und genau so ist Gott – auch und gerade im Alten Testament: es ist ein sehr lebendiger, leidenschaftlicher Gott. Dieser Gott ist nicht irgendwo weit weg und schaut allem wohlwollend zu, sondern er greift ein, gerade weil er die Menschen liebt.
In der Lesung wurde es ja deutlich: „Wenn du einen Fremden oder einen Schutzbedürftigen ausnützt, … ich werde ihr Klagegeschrei hören. Denn ich habe Mitleid.“ Aus dieser Liebe gerade zu den Schwachen, aus diesem Mitleiden und Mitfühlen rührt die Empörung Gottes. Wie die Eltern bei ihren Kindern will Gott nicht tatenlos zusehen, wenn den Armen und Schwachen Unrecht geschieht.
Nochmals: solches Reden von Gott ist immer sehr menschliches Reden mit einem sehr menschlichen Vorstellungsrahmen. Und es stimmt auch, manchmal schießt gerade im Alten Testament solches Reden von Gott über das Ziel hinaus. Beispielsweise einen Gott, der im Zorn zum Schwert greift, mag ich mir wirklich nicht vorstellen, und das entspricht auch nicht dem Gottesbild Jesu (das gilt übrigens auch in der gegenwärtigen Situation: Corona ist keine Geißel Gottes, keine Strafe Gottes, das hat auch der Papst in seiner aktuellen Enzyklika betont). Aber Gott ist eben auch nicht der, der zu allem nur lieb und nett lächelt.
Mir ist die Vorstellung solch eines empörten, leidenschaftlichen Gottes eigentlich recht sympathisch. Sie zeigt jedenfalls: Die göttliche Liebe ist keine harmlose Liebe, die göttliche Liebe findet nicht alles nur schön und nett. Sondern sie ist eine Liebe, die gegen das Unrecht ankämpfen will, eine Liebe, die die Welt verändern will.

Und wenn Jesus davon spricht, dass die Liebe das oberste Gebot sei, dann hat er wohl gerade eine solche Liebe im Blick: nicht eine harmlose Liebe, sondern eine leidenschaftliche und tatkräftige Liebe. Amen.

Predigt Pfarrvikar Dieter Huynh - 29. Sonntag

29. Sonntag im Jahreskreis
Sie sind klug und gerissen. Und wenn sie auch sonst getrennte Wege gehen, sind sie sich in dieser Angelegenheit einig: Die Jünger der Pharisäer und die Anhänger des Herodes fädeln ihren Schachzug geschickt ein. Sie können es genüsslich angehen lassen. Sie glauben: Aus dieser Falle kann er nicht mehr herauskommen. Die schnappt zu – und damit haben sie ihn. Süffisant schmieren sie ihm „Honig um den Bart“: „Wir wissen, dass du die Wahrheit sagst und wahrhaftig den Weg Gottes lehrst…“ – Wenn sie wüssten, wie sie den Nagel auf den Kopf treffen, denn genau darum wird es gehen: Um die Wahrheit des Lebens, um die Wahrhaftigkeit auch ihres Lebens. „[Wir wissen], dass du auf niemanden Rücksicht nimmst, denn du siehst nicht auf die Person…“ – Wie recht sie haben: Wenn es um die Wahrheit geht und um das Reich der Himmel, geht dieser Jesus immer den geraden Weg.
Niemals wird er sich einer anderen Macht beugen, niemals sich einschleimen oder nach unten treten, nur um sich anzupassen. Rücksicht wird er nehmen auf jene, die im großen Machtapparat unter die Räder gekommen sind; und Vorsicht wird er walten lassen bei allen, die nur sich selbst und ihren Vorgesetzten gefallen und ansonsten über Leichen gehen.
Die Zwickmühle
Die Zwickmühle wird also eröffnet: „Ist es erlaubt, dem Kaiser Steuern zu zahlen, oder nicht?“ – Ein Ja oder ein Nein würde Jesus zum Verbündeten oder Gegner der einen oder der anderen Partei machen. – Jetzt nageln sie ihn fest; das Kreuz ist schon aufgerichtet. Diesmal wird er ihnen nicht entwischen. Dieser Jesus aus Nazaret. Sie sind ihn einfach leid: diesen Querulanten und Besserwisser, diesen Unruhestifter und Aufschrecker. Zu viel Liebe geht diesem Mann voraus, zu viel Freiheit, Offenheit und Souveränität. Er spricht nicht nur von Liebe, er lebt sie auch. Er ist mit dem Himmel und Allem verbunden – und bleibt frei.
Er ist keinem hörig, sondern hört nur auf das Wort des Vaters in den Kindern dieser Erde. Damit provoziert er, untergräbt er, wirkt er subversiv – denn die Menschen sollen wieder lernen, dass sie Kinder des einen Vaters und einander Brüder und Schwestern sind.

Ein genialer Schachzug
In dieser Freiheit gelingt Jesus der geniale Schachzug: „Zeigt mir die Münze, mit der ihr eure Steuern bezahlt!“ Die Szene wandelt sich zur Satire, denn Jesus weiß genau, dass sie alle die Münze mit Bild und Aufschrift des römischen Kaisers in der Tasche haben – jener Denar, um den sie sich angeblich ein so großes Gewissen machen.
Sie, die sie Jesus vorführen wollten, werden nun selber vorgeführt: Sie sollen selber sagen, was sie sehen: Es ist das Bild des Kaisers und seine für jüdische Auffassung blasphemische Inschrift: „Tiberius, Kaiser, der anbetungswürdige Sohn des anbetungswürdigen Gottes“. –

Sie tragen das verhasste Geldstück in ihren eigenen Taschen, und sie werden damit auch ihre Steuern bezahlen. Es ist des Kaisers Geld, es gehört ihm. Also ist es nur folgerichtig: Gebt also dem Kaiser, was dem Kaiser gehört! Geld gehört dem Kaiser, Geld und seine Machtinstrumente, ja, aber mehr auch nicht! Gebt ihm in den Steuern genau das zurück, was ihm gehört, aber mehr auch nicht! Aber: „Gebt Gott zurück, was Gott gehört!“ – Das ist unerhört! Und noch einmal weit mehr, als sie als Antwort erwartet hatten. Es ist die tiefste Wahrheit über unser Leben.
In das Metall des Geldstücks hat der Kaiser sein Bild und seinen Machtanspruch eingeprägt; und Gott hat sein Bild und Wesen in das Herz des Menschen eingeprägt. Sie und ich, jedes Menschenkind ist und bleibt auf ewig in diesem Sinn Gottes Eigentum.

Unsere „Prägung“
Da tauchen Fragen bei mir auf: Gehöre ich Gott? Ist das wahr? Wem gehöre ich? Auf wen oder was höre ich?
Wer oder auch was prägt maßgeblich mein Leben? Wem gebe ich Macht über mich – in Teilen oder im Ganzen, in meiner Arbeit, in meiner freien Zeit; wem „erlaube“ ich, mein Leben maßgeblich mitzubestimmen?
Wem zahle ich – um im Bild zu bleiben – meine „Lebens-Steuer“?
Und wenn ich’s mir so recht überlege, fallen mir doch immer mehr Dinge, Menschen und Vorgegebenheiten ein, denen ich Macht und Möglichkeit gebe, mich zu prägen. Das kann ja auch gut sein, wenn diese Prägung mich unabhängig und frei sein lässt. Wenn sie mich immer mehr der- oder diejenige sein lässt, als der oder die ich von Gott hergedacht und gewollt bin. Wenn sie mich als Kind Gottes meint und respektiert. – Alles andere ist genau zu prüfen, ob es meine „Firewall“ passieren darf.
Ich will also noch einmal sorgfältiger hinschauen als bisher: Was gebe ich wem? Wem gehöre ich? Wie hoch sind die Preise, die ich „bezahle“?

Wie Sie, bleibe auch ich Bürger dieses Staates und Mitglied einer modernen Gesellschaft mit allen Einflüssen, Kampagnen und Verführungen. Als Christ weiß ich mich aber mit dem Wasserzeichen der Taufe geprägt. Ich gehöre zu diesem Staat, ich gehöre zur Kirche und zu meiner Familie, aber ich gehöre in allem alleine Gott. In Lebens-, Glaubens- und Herzensangelegenheiten hat er mich geprägt und soll es auch weiterhin tun. Und das bestimmt mein tägliches Denken und Handeln. Und wenn mich einer fragt, sag ich’s ihm. Ich bin so frei.


Gebete zur Corona-Kirise

Gebet unserer Diözese

Gott des Lebens,
wie kostbar das Geschenk des Lebens ist, das spüren wir in diesen Wochen besonders;
und ebenso, wie sich Wesentliches von Nebensächlichem unterscheidet.
Jetzt kommen wir zu dir, um dir all diejenigen anzuvertrauen, die deiner und unserer Hilfe in dieser Zeit besonders bedürfen.
Wir bringen dir alle Erkrankten und beten für diejenigen, die sich um sie sorgen, sie pflegen und medizinisch betreuen.
Stärke all diejenigen, die bis an die Grenzen ihrer Kräfte für andere im Einsatz sind.
Allen, die in diesen Monaten Verantwortung tragen und Entscheidungen treffen müssen, schenke Weisheit und Besonnenheit.
Berühre das Herz der verängstigten und verunsicherten Menschen mit deiner Ruhe.
Sei den Leidenden nahe, besonders den Sterbenden. Und wir bitten dich für jene, die jetzt trauern.
Gib Kraft und Fantasie den Familien, die jetzt auf sich zurückgeworfen sind.
Mach uns selbst einfallsreich und achtsam, damit wir Wege finden, für andere da zu sein,zu trösten, zu stärken und Hoffnung zu teilen.
Du bist der lebendige Gott.
Deshalb vertrauen wir uns dir mit unserem Leben, mit unseren Ängsten und mit unserer Kraft, an – durch Christus Jesus und in deiner Geisteskraft. Amen.

Gebet von Bischof Fürst

Guter und treuer Gott
wir tragen unsere Sorgen und unsere Ängste vor Dich und wir bitten in diesen beängstigenden Tagen um deinen Beistand.

Gib uns deinen lebenspendenden Geist, der sich uns in Jesus Christus gezeigt hat.
Lass uns in deinem Geist erkennen, was richtig ist und gib uns die Kraft, das rechte entschlossen zu tun.

Lass uns die Schwachen, Einsamen, Kranken, die Verängstigten und Bedrückten aller Art nicht übersehen.
Hilf uns, dass wir diese Menschen nicht vergessen oder an ihnen vorbeigehen.
Gib uns die Kraft zu helfen und heilsame Begegnungen zu ermöglichen.
Lass sie durch unser Verhalten ihnen gegenüber deinen wirksamen Beistand erfahren.
Durch uns möge Deine Güte und Menschenfreundlichkeit lebendig werden und bleiben.

Das erbitten wir in dieser schweren Zeit von Dir, guter und treuer Gott. Amen.


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