Katholische Seelsorgeeinheit Isny

Impuls - Sehnsucht nach der Normalität - Pf. Dr. Edgar Jans

Die Schule hat wieder begonnen, für viele ist damit ein Stück Alltag eingekehrt. Und nicht wenige werden ganz froh darüber sein. Nach mittlerweile einem halben Jahr, in dem Corona unser Leben geprägt hat und immer noch prägt, und nach den Sommerferien, die Sie hoffentlich trotz allem genießen konnten, wächst die Sehnsucht nach Normalität. Auch wenn die Corona-Vorgaben immer noch zahlreich sind, scheint nun doch wieder manches den geregelten Lauf zu gehen. Zumindest ist die Zeit des home-schooling ist fürs erste vorbei und an die Masken- und Abstandsregeln haben sich viele gewöhnt. Bei unseren Gottesdiensten beispielsweise freue ich mich, dass die wieder gut besucht sind – manchmal sogar so gut, dass wir an den Rand der Kapazität stoßen. Deshalb an dieser Stelle der Hinweis: Bei den Gottesdiensten am Samstagabend oder Sonntagabend ist in aller Regel noch ausreichend Platz.
Anderes ist leider noch nicht möglich – zum Beispiel die Gottesdienste in den kleineren Kapellen, oder die größeren Feste. Und wieder anderes bleibt weiterhin eine Herausforderung – zum Beispiel die Erstkommunionen, die in diesen Wochen nachgeholt werden. Da wird einem schnell wieder bewusst: so sehr wir uns die Normalität wünschen, so ganz eingekehrt ist sie noch nicht.
Vielleicht geht es deshalb in dieser Zeit vor allem um die Kunst, den richtigen Mittelweg zu finden: auf der einen Seite soweit möglich zur Normalität zurückzukehren, denn fortwährend im Ausnahmezustand zu leben, geht auf Dauer nicht gut; auf der anderen Seite aber Corona weiterhin ernst zu nehmen und vorsichtig zu bleiben, damit insbesondere Ältere und Vorerkrankte vor dem Virus bewahrt bleiben.

Ich wünsche es uns, dass wir hier in den nächsten Wochen und Monaten einen guten Weg finden, auf dem beides zur Geltung kommt: die berechtigte Sehnsucht nach Normalität wie auch die notwendige Rücksicht auf die Gesundheit aller.


Erleichterungen bei den  Gottesdiensten

Erleichterungen bei den Gottesdiensten


Erfreulicherweise sind die Zahlen von Corona-Infizierten in unserer Gegend seit einiger Zeit auf sehr niedrigem Stand. Da kommt es passend, dass nun bei den Gottesdiensten einige vorsichtige Erleichterungen vorgesehen sind. Hier die wichtigsten Regelungen, die ab sofort gelten:
Anmeldung: Eine Anmeldung zu den Gottesdiensten ist nicht mehr erforderlich. 


Teilnehmerliste: Eine Teilnehmerliste muss nicht geführt werden.


Mindestabstand: Für Menschen, die nicht in häuslicher Gemeinschaft leben, gilt nun ein Mindestabstand von 1,5m. In der Regel bedeutet das für unsere Kirchen, dass jede zweite Bank belegt werden kann. Beim seitlichen Abstand werden die Teilnehmer gebeten, selbst auf den Abstand zu achten. Es werden zwar weiterhin die Plätze markiert sein, aber wenn z.B. Ehepaare oder Familien eine Bank besetzen, können sich natürlich die Abstände ändern.


Gemeindegesang: Der Gemeindegesang in der Kirche ist weiterhin leider nicht möglich - ausgenommen nur kurze Liedrufe (z.B. Halleluja oder Kehrverse). Bei Gottesdiensten im Freien kann gesungen werden, allerdings sollte da der Abstand 2m betragen.


Bei besonderen Gottesdiensten, an denen der Platz knapp werden könnte, bieten wir weiterhin eine Anmeldung an. Wer hier also sicher gehen möchte, einen Platz zu bekommen, kann sich vorher anmelden. Solange Plätze vorhanden sind, können Sie aber natürlich auch hier spontan kommen.

Predigt Pf. Dieter Huynh 13. September 2020

Dieser Ausspruch „Ach, du meine Güte!“ liebe Schwestern und Brüder, kommt uns manchmal über die Lippen, wenn etwas Unerwartetes, Überraschendes, vielleicht auch Enttäuschendes geschieht. Fromme Menschen sagen da auch gern mal als Ausruf „Gütiger Gott!“ – Güte ist aber auch ein Begriff für eine gewisse Qualität, wenn ein Produkt zum Beispiel ein Gütesiegel erhält. Es klingt also beides mit, die Wertschätzung wie das Überraschende, wenn wir vom gütigen Gott sprechen. Gott steht für Wichtiges, für Bedeutendes in unserem Leben, aber eben auch für Verborgenes, Geheimnisvolles und nicht immer leicht Verständliches.

Meine Gedanken sind nicht eure Gedanken …
Wenn der Prophet Jesaja in der Lesung in Namen Gottes sagt: „Meine Gedanken sind nicht eure Gedanken und eure Wege sind nicht meine Wege“, so bringt dies auch unsere Erfahrung zum Ausdruck: Gott ist nicht immer einfach zu verstehen – und manchmal staunen wir nur über sein Tun.
Das Gleichnis aus dem Matthäusevangelium, ist eine der Geschichten, die einen darin bestätigen, die zu Erstaunen und auch zu Widerspruch herausfordern: So ist Gott! Der Schlusssatz des Evangeliums: „So werden die Letzten Erste sein“, nehmen wir ja schon gern hin, wenn es um uns selbst geht. Das Gleiche anderen zugestehen, das ist menschlich nicht so leicht.

Was ist gerecht?
Das Evangelium legt natürlich auch eine politische Deutung oder eine gesellschaftliche Betrachtung nahe. Da sind wir schnell bei der Frage, was Gerechtigkeit ist und bei dem Problem, ob man mit der Bibel Politik machen kann. Gerechtigkeit im Sinne des Gleichnisses ist, dass jeder das bekommt, was vereinbart ist. Der Lohn beruht auch manchmal darauf – nur, dass mit Männern und Frauen zum Beispiel, oder mit älteren und jüngeren Arbeitnehmern oder mit Einheimischen und Zugewanderten für die gleiche Arbeit aber nicht der gleiche Lohn vereinbart wurde. Dann scheint es nicht mehr gerecht zu sein. Manche sagen deshalb: Gerecht ist, wenn jeder das bekommt, was ihm zusteht. Doch wer beurteilt denn eigentlich, wem was zusteht? Das können Menschen doch sehr unterschiedlich empfinden. Und was ist mit denen, die in einer Leistungsgesellschaft nicht mitkommen? Wieder andere sagen: Gerechtigkeit ist, wenn alle das Gleiche bekommen. Aber da wird zu Recht eingewendet, dass dann Leistung ja gar keine Rolle mehr spielt und das nicht gerade Motivation schafft. Kann die Bibel da helfen?
Dann sind wir wieder beim heutigen Gleichnis, nur, dass zu wirklicher Gerechtigkeit auch Barmherzigkeit, Menschlichkeit gehören, also die Ausnahme, die die Regel bestätigt. Im Kleinen lassen sich Dinge durchaus so regeln – so etwas aber in allgemein gültige Gesetze zu bringen, ist schwierig. Da kommt unser menschliches Empfinden an seine Grenzen. Bei Gott ist aber genau das seine Gerechtigkeit: dass er nach seinem Maß gerecht, aber auch gütig ist.

Wenn unser irdisches Bemühen um Gerechtigkeit auch lückenhaft bleiben wird, so ist das ja kein Grund, nicht selbst großzügig sein zu können. Und darin kann uns Gottes Güte Vorbild und Maß sein.

… auch in der letzten Stunde
Nun erzählt Jesus uns aber in erster Linie kein Gleichnis zur gesellschaftspolitischen Diskussion, sondern eines über das Himmelreich, über Gott, seinen Vater. Ich muss auf Gottes Gnade und Güte vertrauen – und nicht nur meine Leistung, meine Werke. Wenn ich zum Glauben an Gott finde, und wenn es am Ende meines Lebens ist, dann werde ich – dem Gleichnis folgend – den gleichen Lohn erhalten – wie jene, die von Anfang an dabei waren.
Diese Argumente wie: Ich war von frühester Kindheit an immer im Gottesdienst, ich habe meinen Stammplatz in der Kirche, ich arbeite und bestimme schon jahrelang in Gremien mit, ich fehle bei keiner Aktion, ich war immer der Kirche treu, sind menschlich verständlich. In manchen Gemeinden ist es schwierig, später dazu zu kommen und einen Platz zu finden, an dem man angekommen ist. Wenn Jesaja im Namen Gottes sagt: „So hoch der Himmel über der Erde ist, so hoch erhaben sind meine Wege über eure Wege“, dann ist das ja keine göttliche Arroganz, sondern Ausdruck einer himmlischen Welt, die unser oft enges Leben braucht. So ist Gott! Ein gütiger Gott eben, den wir gerne auch einmal so im Stoßgebet anrufen dürfen: „Ach, du meine Güte!“



Gebete zur Corona-Kirise

Gebet unserer Diözese

Gott des Lebens,
wie kostbar das Geschenk des Lebens ist, das spüren wir in diesen Wochen besonders;
und ebenso, wie sich Wesentliches von Nebensächlichem unterscheidet.
Jetzt kommen wir zu dir, um dir all diejenigen anzuvertrauen, die deiner und unserer Hilfe in dieser Zeit besonders bedürfen.
Wir bringen dir alle Erkrankten und beten für diejenigen, die sich um sie sorgen, sie pflegen und medizinisch betreuen.
Stärke all diejenigen, die bis an die Grenzen ihrer Kräfte für andere im Einsatz sind.
Allen, die in diesen Monaten Verantwortung tragen und Entscheidungen treffen müssen, schenke Weisheit und Besonnenheit.
Berühre das Herz der verängstigten und verunsicherten Menschen mit deiner Ruhe.
Sei den Leidenden nahe, besonders den Sterbenden. Und wir bitten dich für jene, die jetzt trauern.
Gib Kraft und Fantasie den Familien, die jetzt auf sich zurückgeworfen sind.
Mach uns selbst einfallsreich und achtsam, damit wir Wege finden, für andere da zu sein,zu trösten, zu stärken und Hoffnung zu teilen.
Du bist der lebendige Gott.
Deshalb vertrauen wir uns dir mit unserem Leben, mit unseren Ängsten und mit unserer Kraft, an – durch Christus Jesus und in deiner Geisteskraft. Amen.

Gebet von Bischof Fürst

Guter und treuer Gott
wir tragen unsere Sorgen und unsere Ängste vor Dich und wir bitten in diesen beängstigenden Tagen um deinen Beistand.

Gib uns deinen lebenspendenden Geist, der sich uns in Jesus Christus gezeigt hat.
Lass uns in deinem Geist erkennen, was richtig ist und gib uns die Kraft, das rechte entschlossen zu tun.

Lass uns die Schwachen, Einsamen, Kranken, die Verängstigten und Bedrückten aller Art nicht übersehen.
Hilf uns, dass wir diese Menschen nicht vergessen oder an ihnen vorbeigehen.
Gib uns die Kraft zu helfen und heilsame Begegnungen zu ermöglichen.
Lass sie durch unser Verhalten ihnen gegenüber deinen wirksamen Beistand erfahren.
Durch uns möge Deine Güte und Menschenfreundlichkeit lebendig werden und bleiben.

Das erbitten wir in dieser schweren Zeit von Dir, guter und treuer Gott. Amen.


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