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Katholische Seelsorgeeinheit Isny

"Corona-Regeln" bei den Gottesdiensten 

Aktuell gelten folgende Corona-Regeln bei den Gottesdiensten

Mundschutz ist während des ganzen Gottesdienstes verpflichtend. Gefordert sind medizinische Masken ("OP-Masken") oder FFP2-Masken. Ausnahme sind Gottesdienste im Freien, hier kann die Maske am Platz abgenommen werden.

Eine Teilnehmerliste muss geführt werden.

Der Mindestabstand von 1,5 m muss eingehalten werden.

Gemeindegesang mit Maske ist wieder möglich (bitte dafür nach Möglichkeit das eigene Gotteslob mitbringen).

Predigt zum 24. Sonntag im Jahreskreis (12.9.21) Pfr. E. Jans 

Sich selbst verleugnen? (Mk 8,27-35)

Liebe Gemeinde,

„Mir nach, spricht Christus, unser Held, mir nach ihr Christen alle“ (Gotteslob 461) Mit diesem Lied haben wir den Gottesdienst begonnen. Und sicher ist es Ihnen aufgefallen: viele Formulierungen im Lied ähneln sehr dem Evangelium, das wir eben gehört haben. Dabei ist es ja alles andere als ein einfaches Evangelium: Das beginnt mit der harschen Kritik an Petrus („Weiche von mir, Satan“ bzw. in der neuen Übersetzung: „Tritt hinter mich, du Satan!“) und setzt sich fort mit der Aufforderung, das Kreuz auf sich zu nehmen und sich selbst zu verleugnen. Und wenn wir auf den Liedtext schauen, werden die Schwierigkeiten auch nicht kleiner. Im Gegenteil, manche Formulierung im Lied klingt noch schwieriger. Trotzdem oder gerade deshalb lohnt sich ein Blick auf das Evangelium und auf den Liedtext, um besser zu verstehen, was Jesus hier von seinen Jüngern verlangt – und was nicht.
Beginnen wir also mit dem Lied: „Mir nach, spricht Christus, unser Held, mir nach ihr Christen alle“. Mal abgesehen von der Frage, ob „Held“ wirklich eine passende Bezeichnung ist, gefällt mir an diesem Auftakt die zweite Vershälfte: Mir nach ihr Christen alle. Jesu Worte richten sich eben nicht nur an ein paar wenige Auserwählte, an ein paar besonders herausgehobene Christen, sondern wirklich an alle Christen, also z.B. an jeden von Ihnen, die Sie heute da sind. Für Sie alle gilt dementsprechend auch das Ende der ersten Strophe: „Folgt meinem Wandel nach“. Ja, Jesus ist zweifellos das Vorbild, an dem wir uns und unser Leben ausrichten sollen. Aber gerade weil das so ist, habe ich offen gestanden mit anderen Formulierungen des Liedes so meine Schwierigkeiten. „Verleugnet euch, verlasst die Welt“. Wenn Jesus Vorbild sein soll, so ist hier doch die Frage berechtigt: Hat Jesus denn die Welt verlassen? Die Antwort kann nur heißen: Nein, hat er nicht. Er ist in die Welt gekommen, um mitten in ihr zu wirken. Er ging zu den Menschen, lebte in ihrer Welt, teilte ihre Sorgen und Nöte.
Und die zweite Frage: Hat Jesus sich selbst verleugnet? Auch hier kann eigentlich die Antwort nur lauten: Nein, hat er nicht, zumindest nicht in dem Sinn, dass er sein innerstes Wesen aufgegeben oder gar verraten hätte. Im Gegenteil, er hat genau das gelebt, was seine innerste Berufung war. Diesen seinen innersten Kern hat er ganz sicher nicht verleugnet, sondern ihn voll und ganz gelebt.
Wenn Jesus aber weder die Welt verlassen noch sich selbst verleugnet hat, wie kommt es dann zu diesem Liedvers?
Nun, die Empfehlung die Welt zu verlassen, stammt nicht aus unserem Evangelium heute, sondern im Wesentlichen aus dem Johannesevangelium. Und dort ist mit der Welt nicht die Welt an sich gemeint. Mit heutigen Worten könnte man eher von der Welt der Konsumorientierung, der Welt der Machtspiele, der Welt des Egoismus sprechen. Diese Welten sollen wir als Christen tatsächlich verlassen bzw. hinter uns lassen, aber bitte nicht die Welt, in der unsere Mitmenschen ihre Freuden miteinander teilen oder oft genug mit schweren Sorgen zu kämpfen haben. Diese Welt sollen wir wirklich nicht verlassen, sondern – nach dem Vorbild Jesu – in ihr wirken zum Wohl der Mitmenschen.
Die andere Formulierung – „Verleugnet euch“ – stammt dagegen aus dem Evangelium: „Wenn einer hinter mir hergehen will, verleugne er sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach.“ Aber auch hier ist genauer zu fragen: was hat Jesus damit gemeint und was nicht.
Ich habe es schon angedeutet, damit kann sicher nicht gemeint sein, sein innerstes Wesen, seine eigentliche Berufung zu verleugnen oder aufzugeben. Im Gegenteil, dies soll gerade zur Geltung kommen. Aber dazu ist es oft genug hilfreich, eben sich selbst zu verleugnen – und zwar im folgenden Sinn: nicht oberflächlichen eigennützigen Interessen nachzugeben, nicht nach dem eigenen Vorteil zu schielen, nicht dem Egoismus zu frönen und überhaupt: sich selbst nicht zu wichtig zu nehmen, nicht zu meinen, die ganze Welt müsse sich um mich drehen. All das kann mit diesem etwas schwierigen Wort „sich verleugnen“ gemeint sein. Aber nochmals: Ziel ist es nicht, das eigene Ich klein zu halten, zu verbergen, sondern im Gegenteil: seine eigentliche Berufung zur Geltung zu bringen und das Leben so voll zur Entfaltung kommen lassen. Genau das ist dann auch damit gemeint: wer das Leben um meinetwillen verliert, wird es gewinnen: das oberflächliche, eigennützige Leben können und sollen wir verlieren, damit das eigentliche Leben sich entfalten kann. (Hier ersetzt das Lied übrigens das Leben durch die Seele, womit noch ein anderer Akzent hineinkommt – aber das wäre eine eigene Predigt.)
Abschließend möchte ich nur noch kurz überlegen: Was kann das nun konkret bedeuten? Christus nachzufolgen und ihn zum Vorbild zu nehmen? Was heißt das z.B. gerade in der jetzigen Situation: zu Beginn des neuen Schul- und Arbeitsjahres, mit steigenden Coronazahlen, mit manchen anderen Fragen und Sorgen?
Es heißt sicher nicht „die Welt verlassen“. Weltflucht ist keine Lösung. Im Gegenteil, wir sollen vor den Schwierigkeiten unserer Welt nicht fliehen, sondern uns ihnen stellen, auch dort, wo wir vielleicht das eine oder andere Kreuz auf uns nehmen müssen. Vor Corona können wir sowieso nicht davonlaufen. Und "sich selbst verleugnen" heißt in diesem Fall z.B. sich nicht nur zu fragen: wie komme ich da durch? Sondern auch: welche Auswirkungen hat mein Verhalten auf andere, vor allem auf die, die besonders gefährdet sind? Gerade beim Impfen scheint mir diese Frage durchaus bedeutsam. Für viele andere Fragen des Lebens ließe sich das ebenso durchspielen.
Nur noch ein letzter Gedanke, der mir in unserem Lied etwas zu kurz kommt, ebenso wie in diesem Abschnitt des Evangeliums, der aber genauso zum Kern der Botschaft Jesu gehört: Wenn wir Jesus nachfolgen wollen, wenn wir ihn zum Vorbild nehmen wollen – und als Christen sollten wir das zweifellos – dann sollten wir nicht nur die Kreuze, die sich nicht umgehen lassen, auf uns nehmen, dann sollten wir bei aller Ernsthaftigkeit des Lebens auch nicht die Freude vergessen, und schon gar nicht die Hoffnung und Zuversicht. Aus ihr heraus lebte und wirkte Jesus, aus ihr dürfen auch wir in seiner Nachfolge leben. Amen.

Predigt Pf. Dieter Huynh 24. Sonntag im Jahreskreis / MK 8, 27 – 35

Meinungsumfragen sind heute beliebt, wenngleich sie wohl nicht immer mit der tatsächlichen Meinung der Mehrheit übereinstimmen. Es lässt sich damit auch allerhand Schindluder treiben … Trotzdem fragt auch Jesus im Evangelium heute seine Jünger, für wen die Leute ihn halten, und erhält verschiedene Antworten. Damit aber gibt er sich nicht zufrieden, sondern hakt gleich nach: „Ihr aber, für wen haltet ihr mich?“
Ich kann mich mit Jesus von Nazaret auf vielerlei Weise beschäftigen, etwa als Religionswissenschaftler, und ihn mit anderen großen Religionsstiftern vergleichen, aber ich werde ihm auf diese Weise nicht gerecht. Die Antwort des Petrus ist eindeutig: „Du bist der Christus!“, der Gesalbte Gottes, der auf dem all unsere Hoffnung ruht. Für uns ist „Christus“ weithin Teil des Eigennamens „Jesus Christus“ geworden, aber er ist Hoheitstitel für Jesus, der seine ganze Sendung aussagt.

Der Sinn des Messias-Geheimnisses
Warum verbot Jesus eigentlich seinen Jüngern, zu den Leuten von ihm als Messias zu sprechen? Weil es zu Missverständnissen geführt hätte. Der weitere Gang der Geschichte zeigt sehr schnell, dass sich die Vorstellungen Jesu bezüglich Messiastum sehr stark von denen der Menschen, sogar des Petrus, unterscheiden.
Als er unmittelbar darauf beginnt, davon zu reden, dass sich sein Messias-Sein in Leiden, Tod und Auferstehung verwirklichen wird, kann oder will Petrus nicht mehr mit – und kassiert eine scharfe Zurechtweisung: „Satan“, also großer Gegenspieler Gottes und – die Wortwahl Jesu legt es nahe - Schmeichler der Menschen - muss er sich nennen lassen.

Das Kreuz im Leben Jesu und der Christen
Aber damit ist es noch nicht genug: Das Kreuz wartet nicht nur auf Jesus, sondern auch auf jeden, der ihm nachfolgen will! Gerade im Verlieren des Lebens – buchstäblich oder im übertragenen Sinn - wird es gewonnen!
Jetzt ist es aber so, dass wir alle so unsere Vorstellungen von einem gelungenen Leben haben, und Erfahrungen von Leid und Schmerz werden eher selten dazugehören.
Wie sollen wir also die Aufforderung Jesu, unser Kreuz zu tragen, verstehen?
Wir alle kennen verschiedene Passionsspiele oder auch die „Semana santa“ in Spanien, wo Menschen ein großes Holzkreuz auf ihren Schultern tragen – auch in Altötting kann ich das tun –, vielleicht auch mit einem gewissen Showeffekt. Aber das ist nicht gemeint! Der heilige Augustinus hat einmal gesagt: Kreuz, das ist alles in deinem Leben, was dir Last ist – und das kann vieles sein: eine Krankheit, Arbeitslosigkeit, von anderen missachtet zu werden, eine schwierige Ehe, Kinder, die eine ganz andere Entwicklung nehmen und einen ganz anderen Weg einschlagen, als es mir lieb ist …. Viele Dinge, die ich gerne ändern würde und nicht ändern kann… Sie können jetzt Ihre ganz persönlichen Kreuze hier dazu denken. Davor nicht wegzulaufen und darauf zu vertrauen, dass es mit Gottes Hilfe möglich ist, mit dem Kreuz zu leben, das bedeutet im letzten „mein Kreuz auf mich nehmen“ – ja mehr noch: dass ich gerade so unterwegs zum Leben bin, das Gott für mich vorbereitet hat.

Das mag jetzt für manchen ein bisschen gar fromm und theoretisch klingen. Aber Franz von Sales hat es so gesehen und deshalb formuliert: „Gottes ewige Weisheit hat von Ewigkeit her das Kreuz ersehen, das er dir als ein kostbares Geschenk aus seinem Herzen gibt. Er hat dieses Kreuz, bevor er es dir schickte, mit Seinen allwissenden Augen betrachtet, es durchdacht mit Seinem göttlichen Verstand, es geprüft mit Seiner weisen Gerechtigkeit, mit liebenden Armen es durchwärmt, es gewogen mit Seinen beiden Händen, ob es nicht einen Millimeter zu groß und ein Milligramm zu schwer sei. Und er hat es gesegnet in Seinem allheiligen Namen, mit seiner Gnade es durchsalbt und mit seinem Troste es durchduftet. Und dann noch einmal auf dich und deinen Mut geblickt – und so kommt es schließlich aus dem Himmel zu dir als ein Gruß Gottes an dich, als ein Almosen der allbarmherzigen LIEBE.“

Gelebter Glaube – dem Kreuztragen ebenbürtig
Was aber tue ich, wenn ich – was sehr unwahrscheinlich ist – kein Kreuz zu tragen habe? Da zeigt uns Jakobus in der zweiten Lesung eine gute Möglichkeit: Meinen Glauben in der geübten Nächstenliebe – und zwar wirklich am Nächsten, den ich vor mir sehe und dem es am Lebensnotwendigsten fehlt – als echt und tragfähig zu erweisen.

Bitten wir Gott, dass er uns zu beidem befähigt: zur Nachfolge Jesu im Leiden, wenn es Gottes Wille ist, und zur Hilfe für den, der mich braucht, weil er sonst niemanden hat!


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