Katholische Seelsorgeeinheit Isny

Gebetszeit zum 5. Fastensonntag

Vorschlag zur Gebetszeit Samstag 18 Uhr

Gemeinsame Gottesdienste sind derzeit leider nicht möglich. Gemeinsam beten aber ist möglich – wenn auch räumlich getrennt. Gebetet werden kann und soll natürlich zu jeder Zeit. Schön ist es aber, sich im Gebet mit anderen verbunden zu wissen, die zur gleichen Zeit und in gleichen Anliegen beten. Deshalb möchte ich herzlich einladen, jeweils samstags um 18.00 Uhr zu einem häuslichen Gebet.
Ob allein oder im Kreis der Familie: Jeder und jede kann dieses Gebet nach eigenen Möglichkeiten und Vorstellungen gestalten – vom einfachen Vaterunser bis hin zu einem kleinen Hausgottesdienst rund um das Sonntagsevangelium. Hierzu finden Sie im folgenden einige Vorschläge.
Pfr. E. Jans

1. Ablauf der Gebetszeit

Selbstverständlich haben Sie alle Freiheiten, die Gebetszeit ganz nach Ihren Vorstellungen zu gestalten. Folgender Ablauf soll nur ein Vorschlag sein. Er ist eher etwas umfangreicher, aber lassen Sie sich nicht erschrecken. Sie können gerne kürzen, und auch ein einfaches kurzes Gebet (z.B. ein Vaterunser) kann schon viel Wert sein.

  1. Kreuzzeichen: Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes
  2. Lied nach Wahl
  3. Gebet zur Corona-Krise
  4. Sonntagsevangelium lesen
  5. Predigt lesen
  6. wenn möglich, kurzer Austausch darüber
  7. Fürbittgebet
  8. Vaterunser
  9. Segensgebet: „Gott, himmlischer Vater, segne uns und alle, die deinen Segen in diesen Tagen besonders brauchen - im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes“
  10. Lied nach Wahl

2. Bibeltexte

Vorbemerkung: Die erste Lesung aus dem Propheten Ezechiel spricht vom Öffnen der Gräber. Liest man die Verse davor, wird schnell klar: es geht nicht um reale Gräber, vielmehr hatten die Menschen damals in schwerer Krise ihre Hoffnung begraben. Und diese Hoffnung wird nun aus dem Grab herausgeholt und zu neuem Leben erweckt

Ezechiel 37,12-14

12 So spricht GOTT, der Herr: Siehe, ich öffne eure Gräber und hole euch, mein Volk, aus euren Gräbern herauf. Ich bringe euch zum Ackerboden Israels.
13 Und ihr werdet erkennen, dass ich der HERR bin, wenn ich eure Gräber öffne und euch, mein Volk, aus euren Gräbern heraufhole.

14 Ich gebe meinen Geist in euch, dann werdet ihr lebendig und ich versetze euch wieder auf euren Ackerboden. Dann werdet ihr erkennen, dass ich der HERR bin.


Wie schon letzten Sonntag ist das vorgesehene Sonntagsevangelium wieder sehr lang (Joh 11,1-45); hier eine Kurzfassung: 

Joh 11

Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes.

17 Als Jesus ankam, fand er Lazarus schon vier Tage im Grab liegen.
20 Als Marta hörte, dass Jesus komme, ging sie ihm entgegen, Maria aber blieb im Haus sitzen.
21 Marta sagte zu Jesus: Herr, wärst du hier gewesen, dann wäre mein Bruder nicht gestorben.
22 Aber auch jetzt weiß ich: Alles, worum du Gott bittest, wird Gott dir geben.
23 Jesus sagte zu ihr: Dein Bruder wird auferstehen.
24 Marta sagte zu ihm: Ich weiß, dass er auferstehen wird bei der Auferstehung am Jüngsten Tag.
25 Jesus sagte zu ihr: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt,
26 und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben. Glaubst du das?
27 Marta sagte zu ihm: Ja, Herr, ich glaube, dass du der Christus bist, der Sohn Gottes, der in die Welt kommen soll.
Jesus war im Innersten erregt und erschüttert.
34 Er sagte: Wo habt ihr ihn bestattet? Sie sagten zu ihm: Herr, komm und sieh!
35 Da weinte Jesus.36 Die Juden sagten: Seht, wie lieb er ihn hatte!
37 Einige aber sagten: Wenn er dem Blinden die Augen geöffnet hat, hätte er dann nicht auch verhindern können, dass dieser hier starb?
38 Da wurde Jesus wiederum innerlich erregt und er ging zum Grab. Es war eine Höhle, die mit einem Stein verschlossen war.
39 Jesus sagte: Nehmt den Stein weg! Marta, die Schwester des Verstorbenen, sagte zu ihm: Herr, er riecht aber schon, denn es ist bereits der vierte Tag.
40 Jesus sagte zu ihr: Habe ich dir nicht gesagt: Wenn du glaubst, wirst du die Herrlichkeit Gottes sehen?
41 Da nahmen sie den Stein weg. Jesus aber erhob seine Augen und sprach: Vater, ich danke dir, dass du mich erhört hast.
42 Ich wusste, dass du mich immer erhörst; aber wegen der Menge, die um mich herumsteht, habe ich es gesagt, damit sie glauben, dass du mich gesandt hast.
43 Nachdem er dies gesagt hatte, rief er mit lauter Stimme: Lazarus, komm heraus!

44 Da kam der Verstorbene heraus; seine Füße und Hände waren mit Binden umwickelt und sein Gesicht war mit einem Schweißtuch verhüllt. Jesus sagte zu ihnen: Löst ihm die Binden und lasst ihn weggehen!

3. Predigt zum Sonntag

Liebe Mitchristen,
In beiden biblischen Texten war vom Öffnen der Gräber die Rede. Zugegeben, die Rede von Tod und Grab ist nicht gerade das, was ich in diesen Zeiten gerne höre. Leicht hat es den Anschein von etwas Makabrem. Deshalb war ich zunächst nicht ganz glücklich, in der Liturgie dieses Sonntags so viel von Gräbern zu hören.
Aber ein zweiter Blick auf die Bibelstellen zeigt schnell: trotz des eher düsteren Themas haben sie eine durch und durch hoffnungsfrohe Botschaft. Es geht weniger um den Tod, sondern vielmehr um das neue Leben.
Lazarus überwindet das Grab, ihm wird neues Leben geschenkt. Und die Botschaft dieser langen Erzählung kann ganz knapp zusammengefasst werden: Stärker als die Macht des Todes ist die lebensschenkende Macht Gottes.
Auch beim Propheten Ezechiel wird dies deutlich, und es lohnt sich, seine Worte etwas näher anzuschauen.
Ezechiel lebte in einer Zeit der Krise. Die Heimat war im Krieg zerstört, viele Menschen waren vertrieben und verschleppt und lebten nun fern der Heimat mehr schlecht als recht. Mit das Schlimmste für viele war: es gab kaum Aussicht auf eine bessere Zukunft. Die Hoffnung stirbt zuletzt, so sagt man. Aber nun war auch die Hoffnung gestorben.
Ausdruck für diese begrabene Hoffnung ist eine Vision, die unserer Bibelstelle direkt vorausgeht: Eine Ebene voller toter Gebeine (Ez 37,1-11). So tot war die Hoffnung.
Gott fragt den Propheten in der Vision: was meinst du: können diese Gebeine (= diese begrabene Hoffnung) wieder lebendig werden? Der Prophet antwortet halb zweifelnd, halb hoffend: Das weißt nur du, Gott.
Die Antwort Gottes aber ist eindeutig: er haucht den toten Gebeinen und damit der toten Hoffnung neues Leben ein. Er verspricht es nicht nur, er tut es.  Und er tut es unter Mitwirkung des Propheten.
Genau das ist mit dem Öffnen der Gräber gemeint. Ezechiel denkt da nicht an die Friedhöfe, sondern an die Gräber der Hoffnung, die Gräber der Zuversicht, die Gräber der Lebensfreude. Diese Gräber kann und will Gott öffnen. Er haucht der Hoffnung neues Leben ein, er belebt die Zuversicht. Er gibt den Menschen wieder eine Zukunftsperspektive und erweckt damit in ihnen neuen Lebensmut.
Nun ist die Krise damals mit unserer Krise heute natürlich nicht zu vergleichen. Schon die Dauer der Krise unterscheidet sich wesentlich. Damals dauerte sie Jahre und Jahrzehnte. Wir dürfen hoffen, dass sie in Wochen, höchstens Monaten weitgehend überstanden ist. Vor allem aber gilt „hoffentlich“ für die allermeisten, dass sie die Hoffnung eben noch nicht begraben haben und auch nie werden begraben müssen.
So unterschiedlich die Krisen also sind, zwei Dinge können wir doch aus diesem verheißungsvollen Bild mitnehmen:
Zum einen dürfen wir darauf bauen: Selbst dort, wo nach menschlichem Ermessen alles hoffnungslos erscheint, von Gott her ist die Hoffnung nicht begraben, ganz im Gegenteil, er haucht ihr neues Leben ein. So gesehen ist uns als Gläubigen ein unerschütterlicher Optimismus geschenkt. Diese lebendige Hoffnung kann und will natürlich nicht die Augen vor der Not verschließen. In der Lazaruserzählung weint Jesus und trauert Marta. Das Leid ist groß. Aber die Hoffnung ist größer. Darauf dürfen wir bauen.
Und das zweite: Gott bat den Ezechiel um Mitwirkung bei der Neubelebung der Hoffnung. Ich meine, gerade das ist für uns als Christen eine wichtige Aufgabe in dieser Zeit: Nicht Totengräber der Hoffnung, sondern Botinnen und Boten der Zuversicht sein. Möglichkeiten dazu gibt es verschiedene: vom Gebet bis zum konkreten Einsatz, von den offenen Augen und Ohren für die Sorgen der anderen bis zur nachbarschaftlichen Hilfeleistung.

Die Zeit der Krise ist auch eine Zeit der Hoffnung. Helfen wir mit, dass die Hoffnung letztlich stärker ist als die Krise.

Pfr. Edgar Jans

4. Fürbitten

Gott, in Sorge um Menschen, die unter der Coronakrise leiden, aber auch in Hoffnung auf deinen Beistand bringen wir vor dich unsere Bitten.

- Italien, Spanien und Teile von Frankreich leiden besonders unter dem Coronavirus. Segne und stärke alle, die sich um Kranke und Sterbende kümmern und zeige Wege, menschliche Lösungen für die Betroffenen zu finden.

- Auch bei uns sind in diesen Tagen viele besonders gefordert sind: Ärztinnen und Ärzte, Pflegekräfte und viele andere. Schenke ihnen Kraft, damit sie ihrem Dienst in guter Weise nachkommen können.

- Je mehr sich das Leben zuhause abspielt, desto wichtiger wird die Familie. Begleite die Familien mit deinem Segen und hilf, dass sie gerade in schwierigen Zeiten für alle ein Ort der Geborgenheit und der Liebe sein können

- Manche haben aufgrund der Krise auch Sorgen um die wirtschaftlichen Folgen oder fürchten, arbeitslos zu werden. Hilf den Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft, in dieser Situation gute und zukunftsweisende Entscheidungen zu treffen.

- Andere leiden unter den fehlenden Kontakten zu Mitmenschen und drohen zu vereinsamen. Sei ihnen mit deiner Kraft und deiner Liebe nahe und zeige Wege, die Einsamkeit zu lindern.

- In der Krise ist besonders Solidarität und Zusammenhalt gefordert. Schenke uns allen offene Augen und wache Sinne, damit wir erkennen, was zu tun ist und wo wir gebraucht werden.

Gott, himmlischer Vater, wo alles tot scheint, da kannst du neues Leben schenken. Diese Hoffnung dürfen wir haben und weitertragen. Dafür danken wir dir mit allen, die an dich glauben und dir vertrauen. Amen.

5. Gebete zur Corona-Kirise

Gebet unserer Diözese

Gott des Lebens,
wie kostbar das Geschenk des Lebens ist, das spüren wir in diesen Wochen besonders;
und ebenso, wie sich Wesentliches von Nebensächlichem unterscheidet.
Jetzt kommen wir zu dir, um dir all diejenigen anzuvertrauen, die deiner und unserer Hilfe in dieser Zeit besonders bedürfen.
Wir bringen dir alle Erkrankten und beten für diejenigen, die sich um sie sorgen, sie pflegen und medizinisch betreuen.
Stärke all diejenigen, die bis an die Grenzen ihrer Kräfte für andere im Einsatz sind.
Allen, die in diesen Monaten Verantwortung tragen und Entscheidungen treffen müssen, schenke Weisheit und Besonnenheit.
Berühre das Herz der verängstigten und verunsicherten Menschen mit deiner Ruhe.
Sei den Leidenden nahe, besonders den Sterbenden. Und wir bitten dich für jene, die jetzt trauern.
Gib Kraft und Fantasie den Familien, die jetzt auf sich zurückgeworfen sind.
Mach uns selbst einfallsreich und achtsam, damit wir Wege finden, für andere da zu sein,zu trösten, zu stärken und Hoffnung zu teilen.
Du bist der lebendige Gott.
Deshalb vertrauen wir uns dir mit unserem Leben, mit unseren Ängsten und mit unserer Kraft, an – durch Christus Jesus und in deiner Geisteskraft. Amen.

Gebet von Bischof Fürst

Guter und treuer Gott
wir tragen unsere Sorgen und unsere Ängste vor Dich und wir bitten in diesen beängstigenden Tagen um deinen Beistand.

Gib uns deinen lebenspendenden Geist, der sich uns in Jesus Christus gezeigt hat.
Lass uns in deinem Geist erkennen, was richtig ist und gib uns die Kraft, das rechte entschlossen zu tun.

Lass uns die Schwachen, Einsamen, Kranken, die Verängstigten und Bedrückten aller Art nicht übersehen.
Hilf uns, dass wir diese Menschen nicht vergessen oder an ihnen vorbeigehen.
Gib uns die Kraft zu helfen und heilsame Begegnungen zu ermöglichen.
Lass sie durch unser Verhalten ihnen gegenüber deinen wirksamen Beistand erfahren.
Durch uns möge Deine Güte und Menschenfreundlichkeit lebendig werden und bleiben.

Das erbitten wir in dieser schweren Zeit von Dir, guter und treuer Gott. Amen.

Gebet der italienischen Bischofskonferenz (übersetzt von Pfarrer Oswald Kuenzer)

© Katholische Kirche Vorarlberg

Allmächtiger, ewiger Gott, Erquickung in der Mühe, Halt in der Schwachheit!
Von Dir erhalten alle Geschöpfe Kraft, Sein und Leben.
Zu Dir kommen wir, um deine Barmherzigkeit anzurufen, weil wir heute mehr denn je die Zerbrechlichkeit der menschlichen Existenz erkennen, da wir die Erfahrung einer neuen Viren-Epidemie machen.

Dir vertrauen wir die Kranken und ihre Familien an. Schenke Heil ihrem Körper, ihrer Seele und ihrem Geist!
Hilf allen Gliedern der Gesellschaft, die eigene Verantwortung wahrzunehmen und untereinander den Geist der Solidarität zu stärken!
Halte und stärke die Ärzte und das Sanitätspersonal in vorderster Front sowie alle Pfleger
bei der Erfüllung ihres Dienstes!

Der Du die Quelle bist alles Guten, segne mit der Fülle Deiner Gaben die Menschheitsfamilie, halte fern von uns alles Ungute und schenke allen Christen einen festen Glauben!
Befreie uns von dieser Epidemie, die dabei ist, uns schwer zu treffen, auf dass wir uns wieder gerne unseren gewohnten Aufgaben widmen und mit einem erneuerten Herzen dich loben und dir danken können.

Auf Dich vertrauen wir und an Dich richten wir unsere Bitte, da Du, o Vater, der Ursprung des Lebens bist, der Du mit deinem Sohn, unserem Herrn Jesus Christus, in Einheit mit dem Heiligen Geist lebst und Herr bist in Zeit und Ewigkeit.
Amen.

6. Liedvorschlag

Natürlich können Sie gerne die Lieder wählen, die Sie können und gerne singen. Bekanntere Lieder zum Thema Vertrauen und Hoffnung sind etwa GL 423 und GL 424

Für die, die neuere und unbekanntere Lieder nicht scheuen, hier zwei Lieder mit einem sehr passenden und schönen Text:
GL 456 Herr du bist mein Leben

GL 847 Ich seh empor zu den Bergen voller Sehnsucht: Wo ist Hilfe? 

Gottesdienste online

Viele vermissen jetzt die Treffen und vor allem auch die Gottesdienste! Auch wenn es kein gleichwertiger Ersatz ist, verweisen wir gerne auf die Möglichkeiten, Gottesdienste im Fernsehen oder auf live-streams zu verfolgen: In unserer Diözese kann ein Sonntagsgottesdienst mitgefeiert werden: https://www.drs.de. In Taizé gibt es jeden Abend um 20:30 das Abendgebet live: http://www.taize.fr/de

Ein internationales Angebot an live-Gottesdiensten gibt es auf www.ewtn.de. Viele weitere Angebote finden sie z.B. unter https://fernsehen.katholisch.de/ oder: https://www.horeb.org/livestream


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