Katholische Seelsorgeeinheit Isny

Impuls - Gemeinschaft der Sünder

Gemeinschaft der Sünder
Es ist zwar schon eine Weile her und ich habe diese Geschichte auch schon in einer Predigt verwendet, aber ich finde sie so schön, dass ich sie hier gerne nochmals erzähle: Da versuchte also ein frischgebackener junger Ministrant in einer unserer Dorfgemeinden das Glaubensbekenntnis mitzubeten. Das ist an sich schon lobenswert. So ganz intus hatte er es aber noch nicht, an einer Stelle blieb er hängen. Wo es heißen sollte: „ich glaube an die heilige katholische Kirche, Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden“, da kürzte er ab: „ich glaube an die heilige katholische Kirche, Gemeinschaft der Sünder“.
Es dauerte einige Augenblicke, bis ich realisierte, welch genialer Versprecher das war. Die heilige katholische Kirche als Gemeinschaft der Sünder. Lassen wir mal die Frage beiseite, ob „katholisch“ hier das richtige Wort ist – es stammt bekanntlich aus einer Zeit lange vor der Aufspaltung der Kirche in katholisch, evangelisch oder orthodox und meint letztlich nichts anderes als die weltweite „allumfassende“ Kirche.
Die Kirche als Gemeinschaft der Sünder ist mir jedenfalls ein recht sympathisches Bild. Das bedeutet natürlich nicht, dass wir munter drauflos sündigen sollten. Nicht umsonst fordert Jesus immer wieder die Seinen auf, nach Vollkommenheit zu streben. Und wenn wir an manche Skandale der letzten Zeit denken, müssen wir auch sagen: Manche Fehler und Sünden in der Kirche sind unverzeihlich und dürfen einfach nicht sein.
Aber die Kirche ist eben beides: Sie ist heilig, nicht weil sie fehlerfrei wäre, sondern weil Gott ihr sein Heil schenkt. Und sie ist Gemeinschaft der Sünder, weil sie aus Menschen mit Fehlern und Schwächen besteht. Und mit jenem Ministranten bekenne ich gerne: Ich glaube an die heilige Kirche, die Gemeinschaft der Sünder. Ich glaube an sie, weil Gott selbst an sie glaubt und mit ihr die Welt verändern will.


Erleichterungen bei den  Gottesdiensten

Erleichterungen bei den Gottesdiensten


Erfreulicherweise sind die Zahlen von Corona-Infizierten in unserer Gegend seit einiger Zeit auf sehr niedrigem Stand. Da kommt es passend, dass nun bei den Gottesdiensten einige vorsichtige Erleichterungen vorgesehen sind. Hier die wichtigsten Regelungen, die ab sofort gelten:
Anmeldung: Eine Anmeldung zu den Gottesdiensten ist nicht mehr erforderlich. 


Teilnehmerliste: Eine Teilnehmerliste muss nicht geführt werden.


Mindestabstand: Für Menschen, die nicht in häuslicher Gemeinschaft leben, gilt nun ein Mindestabstand von 1,5m. In der Regel bedeutet das für unsere Kirchen, dass jede zweite Bank belegt werden kann. Beim seitlichen Abstand werden die Teilnehmer gebeten, selbst auf den Abstand zu achten. Es werden zwar weiterhin die Plätze markiert sein, aber wenn z.B. Ehepaare oder Familien eine Bank besetzen, können sich natürlich die Abstände ändern.


Gemeindegesang: Der Gemeindegesang in der Kirche ist weiterhin leider nicht möglich. Bei Gottesdiensten im Freien kann gesungen werden, allerdings sollte da der Abstand 2m betragen.


Bei besonderen Gottesdiensten, an denen der Platz knapp werden könnte, bieten wir weiterhin eine Anmeldung an. Wer hier also sicher gehen möchte, einen Platz zu bekommen, kann sich vorher anmelden. Solange Plätze vorhanden sind, können Sie aber natürlich auch hier spontan kommen. Dies betrifft in Isny zwei Gottesdienste im August:
•am Sonntag 9. August um 18.30 Uhr die Wiedereinweihung der Orgel in St. Georg und Jakobus

•am Sonntag 16. August um 18.30 Uhr „Musik und Gebet extra“ in St. Maria


Predigt 5.7.2020

Pfr. D. Huynh

Glauben – einfacher als Fußballspielen

Fußball ist in weiten Teilen der Welt diejenige Sportart, die sich der größten Beliebtheit erfreut. Das könnte nicht zuletzt deswegen so sein, weil Fußball gegenüber vielen anderen Sportarten einen großen Vorteil hat: Man braucht keine großen Voraussetzungen, um damit anfangen zu können. Weder muss man besonders athletisch sein, noch muss man sich vorher mit einem langen Regelwerk auseinandersetzen. Es genügt erstmal, das Grundprinzip zu kennen: Das Runde muss ins Eckige. Der Rest ist einfach – und macht Spaß!
Glauben ist einfach?!
Im heutigen Evangelium spricht Jesus auch von etwas, das einfach und ohne große Voraussetzungen erlernt werden kann. Er preist den Vater dafür, dass er „das“ vor den Weisen und Klugen verborgen und es den Unmündigen offenbart hat. Nun meint Jesus dabei freilich nicht das Fußballspielen. Vielmehr spricht er vom Glauben: vom Glauben an ihn selbst als Gottes Sohn, vom Glauben an Gott, den Vater, der ihn schickt zum Heil der Menschen.
Unser christlicher Glaube – eine einfache Sache? Genauso leicht wie Fußball spielen?
Immer wieder begegnen einem Aussagen oder implizite Einstellungen, die das genaue Gegenteil ausdrücken. Etwa wenn eine Mutter sagt: „Ich weiß nicht, wie ich meinen Kindern den Glauben beibringen soll, ich kenn’ mich da doch selber nicht so aus – das soll die Religionslehrerin machen.“
Und mancher brave Kirchgänger, der seinen Glauben allerdings nur auf den Gottesdienstbesuch am Sonntagvormittag beschränkt, tut das vielleicht aus der – ganz klerikalistischen! – Argumentation heraus: „Beten und Bibel-Lesen, das ist mir zu heilig. Heilig werden ist was für Pfarrer und Ordensleute; für mich ist das nichts, ich hab ja nicht Theologie studiert.“
Nun ist weder gegen guten Religionsunterricht noch gegen den Besuch der Sonntagsmesse irgendetwas einzuwenden. Wer sich aber intensiver mit seinem Glauben auseinandersetzt, der kann noch viel mehr entdecken, der kann noch viel mehr erfahren von Gottes Froher Botschaft für das eigene Leben!
Die Ausrede, nicht genug über den Glauben zu wissen, nicht studiert zu haben, gilt nicht. Glauben ist einfach, noch einfacher als Fußball spielen.
Grundprinzip der (Gottes-)Beziehung: Miteinander reden!
Glauben heißt im Wesentlichen: Mit Gott in Beziehung sein. Und das kann jeder, dazu braucht es keine Voraussetzungen.
Es genügt auch hier fürs erste, das Grundprinzip jeder funktionierenden Beziehung zu kennen: miteinander reden.
Reden Sie mit Gott, sprechen Sie zu ihm im Gebet über das, was Ihnen auf dem Herzen liegt. Hören Sie auf Gott, indem Sie ihm Momente der Stille schenken oder in der Heiligen Schrift lesen. So einfach ist das!
Freilich gilt für Glauben wie für Fußball gleichermaßen, dass man mit ein bisschen Grundausstattung noch mehr Freude daran hat: Mit einem ordentlichen Fußball spielt es sich schöner als mit einem Lumpensack; mit einer angezündeten Kerze betet es sich schöner als ohne.
Erst recht ist es schöner, in einer Mannschaft zu spielen, als immer nur alleine aufs Tor zu kicken – genauso wie es uns Freude macht, Teil einer betenden und glaubenden Gemeinschaft zu sein.
Es schadet auch nicht, einige Grundbegriffe wie Querpass, Doppelpass oder Steilpass zu kennen, so wie wir das Vaterunser und das Glaubensbekenntnis kennen. Natürlich kann man sich auch manchen taktischen Ratschlag vom Trainer holen und mal ein gutes geistliches Buch lesen. Das Kreuzzeichen zu machen, ist motorisch sowieso einfacher als ein „Übersteiger“.
Das Joch ist sanft ...
Im Grunde besteht der Glaube aus einer ganz einfachen Aufgabe: Bleiben Sie mit Gott in Beziehung. Sie müssen kein Theologie-Professor werden, um glauben zu können; genauso wenig wie Sie Fußballprofi werden müssen, um überhaupt Fußball spielen zu können. Bei zu viel Professionalisierung kann manchmal sogar die Freude an der Sache verloren gehen – beim Fußball dann, wenn es nur noch ums Geld geht; in der Kirche dann, wenn man sich die Glaubensweisheit, die man mit Löffeln gegessen hat, mitsamt kirchenpolitischen Appellen gegenseitig um die Ohren haut.
Wer das Wagnis des persönlichen Glaubens eingeht, der wird feststellen, dass gilt, was Jesus sagt: „Mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht.“
Trauen Sie sich, Ihre Beziehung zu Gott zu vertiefen. Es ist einfacher, als Sie denken – Sie müssen nur wollen.


Predigt Pfr. Jans

Schwere Kreuze oder leichte Lasten?

Liebe Gemeinde,
„Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt ... Meine Last ist leicht.“ – erst letzte Woche klang es im Evangelium noch ganz anders: Nehmt euer Kreuz auf euch! Und so ein Kreuz scheint nun wirklich keine leichte Last.
Die meisten – mich eingeschlossen – werden wahrscheinlich lieber die heutigen Worte hören, die Verheißung, dass uns die Last erleichtert wird.
Aber gerade das Nebeneinander dieser beiden Stellen wirft ja auch die Frage auf: Was will Jesus nun: schwere Lasten aufbürden oder schwere Lasten abnehmen? Bzw. welche Lasten (welche Kreuze) rät er uns tragen, vor welchen will er uns befreien?
Um der Frage näherzukommen, ist es hilfreich zu sehen, um was es jeweils geht. „Nehmt das Kreuz auf euch“: das sagte Jesus den Jüngern, als er sie losschickte und ihnen den Auftrag gab, das Evangelium, die frohe Botschaft zu den Menschen zu bringen. Eine wichtige Aufgabe, aber auch eine schwierige Aufgabe. Das spüren wir heute, wenn wir das Evangelium leben wollen, das erfuhren die Jünger damals: es gab Widerstände, nicht alle nahmen die Botschaft freudig auf, ganz im Gegenteil, von Gleichgültigkeit bis harsche Ablehnung reichten die Reaktionen. Und trotzdem sollten die Jünger nicht aufgeben. Zu wichtig war, worum es ging. Nehmt das Kreuz auf euch …
In der Rede von der Erleichterung der Last hat Jesus nun anderes im Blick. Kurz zuvor hatte er sich über die Gesetzeslehrer beschwert, die ihm das Leben schwer machten. Über sie sagt er an anderer Stelle: Ihr bürdet den Menschen Lasten auf, selbst aber rührt ihr dafür keinen Finger. Gemeint sind damit kleinliche Gesetzesauslegungen, die wenig Sinn machen, die aber das Leben der einfachen Leute erheblich erschweren und belasten. Man mag da an die Sabbatvorschriften denken, mit denen Jesus bekanntlich recht frei und pragmatisch umgeht. Er tut dies, nicht weil ihm der Sabbat nicht wichtig gewesen wäre, aber er ist eben überzeugt: der Sabbat ist für die Menschen da. Der Sabbat soll die Menschen nicht belasten sondern entlasten. Und was für den Sabbat gilt, gilt auch für andere religiöse Vorschriften: Sie sollen die Menschen nicht belasten, sondern entlasten – damals wie heute. Und mir scheint, manche Vorschriften könnten und sollten durchaus auch in der Kirche überprüft werden: Helfen sie den Menschen oder sind sie zusätzliche Last?
Jesus wollte die Menschen von solchen Lasten freilich auch deshalb befreien, weil er sah: viele sind so schon belastet genug. Belastet von Sorgen um die Gesundheit, um die Arbeit, um die Familie. Sorgen, die es damals genauso gab wie heute. Auch heute sind unter uns zweifellos viele Menschen, die man als „mühselig und beladen“ bezeichnen könnte. Jesus weiß natürlich auch, dass er nicht alle diese Sorgen und Lasten wegnehmen konnte. Viele Arme blieben arm, viele Kranke blieben krank (auch wenn Jesus manch einen heilte), viele Benachteiligte blieben benachteiligt. Aber Jesus will ihnen beistehen, so gut er kann, er will ihre Last leichter, ihre Sorgen erträglicher machen. „Kommt zu mir, ich will euch erquicken“ so hieß es. In der früheren Übersetzung stand hier: ich will euch Ruhe verschaffen. Im griechischen Text finden wir hier ein Wort, von dem das deutsche Wort „Pause“ abgeleitet ist. Man könnte es also auch so wiedergeben: Jesus will allen von Sorgen Belasteten eine Pause gönnen, ein Aufatmen und Auftanken ermöglichen. Die Menschen sollen wieder Luft bekommen und frei atmen können.
Der Glaube als Gelegenheit, aufzutanken und aufzuatmen. Schön, wenn es so ist, wenn so die Lasten leichter werden.

Um nun nochmals auf die Alternative von der leichten Last hier und dem schweren Kreuz dort zurückzukommen. Vielleicht kann man es so zusammenfassen: Wenn es darum geht, Gutes zu tun, dann soll euch keine Last zu schwer, keine Mühe zu groß sein. Ansonsten aber gilt die Einladung an alle, die von Sorgen geplagt sind: Kommt zu mir, meine Last ist leicht, bei mir könnt ihr aufatmen. Der Glaube soll für euch nicht unnötige Belastung, sondern eine große Entlastung sein. 

Gebete zur Corona-Kirise

Gebet unserer Diözese

Gott des Lebens,
wie kostbar das Geschenk des Lebens ist, das spüren wir in diesen Wochen besonders;
und ebenso, wie sich Wesentliches von Nebensächlichem unterscheidet.
Jetzt kommen wir zu dir, um dir all diejenigen anzuvertrauen, die deiner und unserer Hilfe in dieser Zeit besonders bedürfen.
Wir bringen dir alle Erkrankten und beten für diejenigen, die sich um sie sorgen, sie pflegen und medizinisch betreuen.
Stärke all diejenigen, die bis an die Grenzen ihrer Kräfte für andere im Einsatz sind.
Allen, die in diesen Monaten Verantwortung tragen und Entscheidungen treffen müssen, schenke Weisheit und Besonnenheit.
Berühre das Herz der verängstigten und verunsicherten Menschen mit deiner Ruhe.
Sei den Leidenden nahe, besonders den Sterbenden. Und wir bitten dich für jene, die jetzt trauern.
Gib Kraft und Fantasie den Familien, die jetzt auf sich zurückgeworfen sind.
Mach uns selbst einfallsreich und achtsam, damit wir Wege finden, für andere da zu sein,zu trösten, zu stärken und Hoffnung zu teilen.
Du bist der lebendige Gott.
Deshalb vertrauen wir uns dir mit unserem Leben, mit unseren Ängsten und mit unserer Kraft, an – durch Christus Jesus und in deiner Geisteskraft. Amen.

Gebet von Bischof Fürst

Guter und treuer Gott
wir tragen unsere Sorgen und unsere Ängste vor Dich und wir bitten in diesen beängstigenden Tagen um deinen Beistand.

Gib uns deinen lebenspendenden Geist, der sich uns in Jesus Christus gezeigt hat.
Lass uns in deinem Geist erkennen, was richtig ist und gib uns die Kraft, das rechte entschlossen zu tun.

Lass uns die Schwachen, Einsamen, Kranken, die Verängstigten und Bedrückten aller Art nicht übersehen.
Hilf uns, dass wir diese Menschen nicht vergessen oder an ihnen vorbeigehen.
Gib uns die Kraft zu helfen und heilsame Begegnungen zu ermöglichen.
Lass sie durch unser Verhalten ihnen gegenüber deinen wirksamen Beistand erfahren.
Durch uns möge Deine Güte und Menschenfreundlichkeit lebendig werden und bleiben.

Das erbitten wir in dieser schweren Zeit von Dir, guter und treuer Gott. Amen.


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