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Aktuelle Ausgabe von IsnyAktuell mit Kirchenblatt

Hier finden Sie die aktuelle Ausgabe von IsnyAktuell mit dem Kirchenblatt der Kath. Seelsorgeinheit Isny

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IsnyAktuell


Predigt am Fest der Taufe Jesu, 11.1.2026; Pfr. E. Jans 

Liebe Gemeinde,

Taufe bedeutet: wir gehören zu Gott. Er nimmt uns als seine Kinder an. Diese Verbindung mit Gott ist ungemein mutmachend und befreiend. Allerdings kommt es gerade bei solchen Verbindungen doch sehr darauf an, mit wem man da verbunden ist – ich will ja nicht unbedingt mit jedem eng verbunden sein – und manche Verbindung kann auch schnell mal belastend und einengend werden.

Gerade die Worte der Lesung sind hier für mich sehr hilfreich. Es sind wunderbare Worte über den Knecht Gottes. Auch wenn da ursprünglich bei Jesaja eher nicht an Jesus Christus gedacht war, später haben doch viele gespürt: diese Beschreibung passt doch bestens auch auf ihn: „Er schreit nicht und lärmt nicht … das geknickte Rohr zerbricht er nicht, den glimmenden Docht löscht er nicht aus“: Dieser Gottesknecht geht äußerst behutsam vor. Er will nicht zerstören, sondern bewahren, auch und gerade dort, wo Leben bedroht ist – wo das Rohr schon geknickt ist und der Docht zu erlöschen droht. Dieses behutsame und lebensbejahende Vorgehen ist im Prinzip doch das, was man nicht nur von diesem Gottesknecht erhofft, sondern eigentlich von jeder Führungspersönlichkeit. Und es ist – leider – ziemlich genau das Gegenteil von dem, was immer wieder die Mächtigen dieser Welt tun. Dieser so umsichtige und behutsame Gottesknecht würde ganz sicher keinen unsinnigen Krieg anzetteln, in fremde Länder einmarschieren, das Völkerrecht missachten usw. Und wenn dann bei Jesaja noch von den Inseln die Rede war, die voll Freude auf diesen Gottesknecht warten – da fallen einem doch schnell wenigstens zwei Inseln ein, Grönland und Taiwan, die eher befürchten, was benachbarte Großmächte treiben.

Vor dem Gottesknecht bei Jesaja muss man sich aber nicht fürchten, ganz im Gegenteil. Er „schreit nicht und lärmt nicht“, er hält keine großspurigen Reden, sondern tritt lieber mit leisen Tönen für Frieden und Gerechtigkeit ein. Und er zeigt damit ein doppeltes: erstens wie Gott ist und zweitens wie die sein sollen, die auf der Erde im Namen Gottes unterwegs sind.

Zunächst: Gott selbst ist so. Gott selbst kommt nicht mit Gewalt. Erst an Weihnachten haben wir ja gefeiert, wie Gott in die Welt kommt: nicht mit einem großen Heer, nicht in den Palästen der Mächtigen, sondern in einem kleinen Kind. Gott selbst will nicht zerstören, sondern bewahren und schützen. Gerade dort, wo das Rohr schon geknickt sind, gerade dort, wo Menschen geknickt und niedergeschlagen sind, will Gott behutsam aufrichten und neues Leben ermöglichen. Gerade dort, wo der Docht zu erlöschen und der letzte Funke Hoffnung zu verglimmen droht, will Gott neues Licht bringen und die Hoffnung neu beleben.

Es ist also dieser behutsame, liebevolle, lebensbejahende Gott, in dessen Namen wir getauft werden und zu dem wir als Getaufte gehören.

Aber es gehört eben auch das zweite hinzu: jener Gottesknecht, der das geknickte Rohr nicht zerbricht, zeigt auch, wie wir als Getaufte in der Welt wirken sollen. Man muss wohl durchaus selbstkritisch eingestehen, dass sich die Kirche nicht immer so behutsam verhalten hat. Aber dieser Gottesknecht kann und will Vorbild sein: nicht wie ein Mähdrescher über alles hinwegfahren, sondern die Geknickten aufrichten, die Schwachen stärken, die Verzweifelten ermutigen. So sollen wir als Christen handeln: mit leisen Tönen, aber doch kraftvoll und vor allem liebevoll. Amen.

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