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Aktuelle Ausgabe von IsnyAktuell mit Kirchenblatt

Hier finden Sie die aktuelle Ausgabe von IsnyAktuell mit dem Kirchenblatt der Kath. Seelsorgeeinheit Isny

IsnyAktuell


Predigt am 2.8.26; Brotvermehrung: "Gebt ihr ihnen zu essen"; Pfr. E. Jans

Liebe Gemeinde,

die Brotvermehrung – eine der bekanntesten Wundertaten Jesu, was auch daran liegt, dass sie in allen vier Evangelien erzählt wird, teils wird sogar von zwei solchen Brotvermehrungen erzählt. Und auch im Alten Testament wird bereits vom Propheten Elischa ähnliches erwähnt.

Eines haben aber all diese Erzählungen gemeinsam: es geht hier nicht um ein großes Hokuspokus, eine spektakuläre Darbietung oder eine Demonstration, was Jesus als Sohn Gottes alles kann. Natürlich darf man diesem Sohn viel zutrauen. Aber wenn es darum gegangen wäre, seine außergewöhnlichen Fähigkeiten unter Beweis zu stellen, hätte er auch aus den herumliegenden Steinen Brote machen können. Das wäre vielleicht noch spektakulärer gewesen. Und genau diese Idee findet sich auch in der Bibel – allerdings kommt mit dieser Idee der Satan daher: Als er Jesus in Versuchung führen will sagt er ihm sinngemäß: Zeig doch, was du kannst, und verwandle diese Steine hier in Brot.

Aber genau das lehnt Jesus entschieden ab. Weil es ihm eben nicht um eine Demonstration seines Könnens geht. Vielmehr will er seinen Jüngern – und damit letztlich uns allen auf Wichtiges hinweisen. Denn so unterschiedlich diese Erzählungen über die Brotwunder im Einzelnen sind, eines haben sie alle gemeinsam: immer müssen andere mitwirken, müssen von dem hergeben, was sie haben. Nur so werden die Brotwunder möglich: bei Elischa waren es Leute um ihn herum, die ihm zwanzig Gerstenbrote und ein paar frische Körner in einem Beutel zur Verfügung stellten, im Johannesevangelium ist es ein kleiner Junge mit fünf Gerstenbroten und zwei Fischen, mal bringen die Jünger sieben Brote und ein paar Fische ein, und im Evangelium heute hatten die Jünger fünf Brote und zwei Fische. Offensichtlich ist es so: nur wenn Leute das einbringen, was sie haben, kann das Wunder geschehen.

Genau das will Jesus deutlich machen. Ausdrücklich sagt er den Jüngern: Gebt ihr ihnen zu essen. Und wenn ihr nur wenig habt, gebt das wenige. Denn dort, wo Menschen bereit sind zu teilen, können Wunder geschehen.

Nun kann man dies natürlich nicht eins zu eins ins Heute übertragen, und auch nicht ganz wörtlich nehmen. Wenn ein Kind beginnt, sein Pausenbrot in der Schule zu teilen, werden daraus nicht gleich zehn Pausenbrote. Aber es entsteht vielleicht etwas anderes: Dankbarkeit, Vertrauen, Miteinander, Freundschaft – und all das ist wahrscheinlich noch viel wichtiger als ein Stückchen Brot.

Und so zeigen diese Erzählungen von den Brotwundern, was eigentlich für alle biblischen Wunder gilt: Das Wunderbare an diesen Wundern ist weniger, dass hier einer außergewöhnliche oder unerklärliche Fähigkeiten hat. Das wirklich Wunderbare an den Wundern ist, wenn Kranke sich wieder des Lebens freuen können, wenn Aussätzige und Ausgegrenzte wieder Teil der Gemeinschaft sind oder wenn eben Hungernde satt werden. Und für diese Wunder braucht es gar nicht so sehr überirdische Fähigkeiten. Denn das wirklich Wunderbare kann dort geschehen, wo Menschen beginnen zu teilen und füreinander da sind. Und dann reicht es manchmal vielleicht wirklich viel weiter, als man je für möglich gehalten hatte. Amen.


Predigt am 12.7. Das Gleichnis vom Sämann: Pessimismus oder Optimismus? (Mt 13,1-9); Pfr. E. Jans 

Liebe Gemeinde,

es gibt das bekannte Beispiel von dem Glas, das zur Hälfte gefüllt ist, Sieht der Pessimist das Glas, sagt er: es ist halb leer. Der Optimist dagegen sagt: es ist halb voll. Dieses halbleere bzw. halbvolle Glas fiel mir wieder bei diesem Gleichnis ein. Denn auch hier hängt vieles von der Einstellung oder Sichtweise ab: der Pessimist sagt: dreiviertel der Mühe ist umsonst, ist nur für die Katz – bzw. die Vögel oder die Dornen, dreiviertel der Körner gehen verloren … Der Optimist sagt: am Ende bleibt doch noch genug übrig für eine gute Ernte.

Der Pessimist schaut auf die Verluste und ist frustriert über die viele vergebliche Mühe, der Optimist schaut auf die Ernte und freut sich, dass doch manches gewachsen ist.

Und ich glaube, ähnliche Erfahrungen gibt es auch heute immer wieder – nicht nur im Garten, wo mancher Salat den Schnecken zum Opfer fällt, sondern auch im Leben, wo manche Mühe vergeblich erscheint. Ich vermute beispielsweise, dass manche Eltern bei der Erziehung auch das Gefühl haben, dass nicht alle Saatkörner gleich aufgehen. Und sie stehen dann vielleicht auch vor der Wahl, entweder pessimistisch auf die vergebliche Liebesmüh zu schauen, oder doch die Hoffnung haben, das eine oder andere Saatkorn gelegt zu haben, dass dann doch wächst und gedeiht und Frucht trägt.

Oder wenn man sich für eine gute Sache einsetzt. Auch da gibt es oft genug steinige Wege oder die Dornen, die den Erfolg schwer machen, und doch mag es sich lohnen, dran zu bleiben.

Und ähnlich ist es offensichtlich auch im Reich Gottes: Wer sich im Sinne dieses Reiches für Frieden, für Liebe, für Mitmenschlichkeit einsetzt, oder wer sich in der Kirche ehrenamtlich engagiert, der darf offensichtlich auch nicht erwarten, dass jedes Saatkorn gleich aufgeht. Jesu eigener Weg war oft genug steinig und dornig. Auch er hatte mit manchen Misserfolgen, mit Nichtbeachtung oder Ablehnung zu kämpfen.

Aber Jesu Position ist eindeutig auf der Seite des Optimisten. So schade es ist, dass manche Körner Opfer der Vögel oder der Dornen werden, am Ende steht für ihn die Ernte: 30fach, 60fach, ja 100fach. Deshalb steckt in diesem Gleichnis für mich vor allem die Botschaft: schaut nicht zu sehr auf manche vergebliche Mühe, schaut nicht zu sehr auf die bedauerlichen Rückschläge und Misserfolge. Schaut auf das, was trotz allem wächst. Der Glaube verschließt nicht die Augen vor den Dornen und Steinen, aber im Glauben können wir doch voller Optimismus nach vorne schauen.

Ein Hinweis ist mir dabei noch wichtig. Man könnte ja nun denken, der Sämann, der den Samen zwischen die Steine oder in die Dornen sät, sei eben ein reichlich ungeschickter oder gar fauler Sämann, der die Dornen nicht ausreißt oder nicht aufpasst, wohin er sät. Aber das will Jesus sicher nicht andeuten. In einer Zeit, als es keine Traktoren, keine Unkrautvernichtungsmittel und keinen Dünger gab, dafür in vielen Gegenden Israels umso mehr steinige Böden, war es schlicht die Realität vieler Bauern, dass sie mit Steinen und Dornen zu kämpfen hatten. Üppige Getreidefelder, wie wir sie kennen, mit dicht an dicht stehenden Halmen ohne Unkraut dazwischen gab es damals einfach nicht.

Es geht also nicht darum, die Arbeit dieses Sämanns schlecht zu reden, sondern im Gegenteil, ihn als Vorbild zu nehmen, weil er trotz Hindernissen weiter sät – im Vertrauen, dass am Ende doch etwas gedeiht und Frucht bringt.

Und ähnlich ist es auch im übertragenen Sinn, bei den genannten Beispielen: wer in der Erziehung oder im ehrenamtlichen Engagement oder wo auch immer mit manchen Enttäuschungen, Misserfolgen, mancher vergeblicher Mühe zu kämpfen hat, der muss keineswegs schlechte Arbeit gemacht haben. Im Gegenteil, das Gleichnis ermutigt ihn: trotz mancher frustrierenden Erfahrung – gib nicht auf zu säen und gib nicht auf zu hoffen: am Ende kann trotz Steinen und Dornen manches wachsen. Jedenfalls wäre es schön, wenn es im Leben wie im Gleichnis ist: Am Ende steht nicht die Enttäuschung, am Ende steht die Freude. Amen.


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